Hinterleitner: "Brauereien machen es den Wirten nicht leicht"

Kritik an Einführung eines Pfandsystems - Zweckentfremdete Verwendung von Fässern höchstens in Einzelfällen

Wien (PWK081) - Ablehnend reagiert die Gastronomie auf die
geplante Einführung eines generellen Pfandsystems bei Fassbier. Der Fachverband Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich reagiert damit auf eine Ankündigung
der Brauereien, künftig 30 Euro pro Edelstahlfass als Pfand einzuheben, um "den Schwund einzudämmen". Die Fässer würden in der Gastronomie zum Teil zweckentfremdet.

Der Fachverband erinnert daran, dass er sich auch in Gesprächen mit dem Brauereiverband kritisch zur Einführung eines solchen Pfandsystems geäußert hat, weil dadurch das Handling und die Abwicklung wesentlich erschwert werden.

"Unverständlich ist für uns, dass es in einer ständigen Geschäftsbeziehung zwischen Gastwirt und Brauerei nicht auch andere Lösungsmöglichkeiten gibt, wie wir diese in den Gesprächen auch vorgeschlagen haben", wundert sich Fachverbandsobmann Komm.Rat Helmut Hinterleitner. "Konsequenz eines Fasspfandes wird sein, dass die Gastronomie eine striktere Vorgangsweise bei der Anlieferung einfordern wird, damit eine effiziente Kontrolle der Pfandberechnung möglich ist. Der Lieferant wird sich dann auch an vereinbarte Termine halten müssen. Wir nehmen an, dass es eine völlig flexible Anlieferung - wie dies derzeit in der Praxis oft der Fall ist - in Zukunft dann nicht mehr geben wird".

Der Vorwurf einer Zweckentfremdung im großen Ausmaß ist sicher unzutreffend. Eine bestimmungswidrige Verwendung von Fässern in großem Stil habe es in der Gastronomie noch nie gegeben, erklärt Hinterleitner: "Wenn überhaupt, dann waren dies Einzelfälle, die eine solche flächendeckende Maßnahme nicht rechtfertigen". Ein Geldpfand ist letztlich ein Vorauskredit, den der Gastwirt der Brauerei gewähren muss. "Die Brauereien wollen damit im Endeffekt Kosten auf ihre Partner abwälzen", mutmaßt Hinterleitner.

"Wir haben uns immer als Partner unserer Brauereien gesehen, wenn es um den gepflegten Bierausschank geht. Derartige Maßnahmen sind einer Partnerschaft aber nicht dienlich", erklärt Gastronomie-Sprecher Hinterleitner. (hp).

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