Einzelhandelsumsatz 2005 - Lemler: "Konjunktur im Einzelhandel gewinnt an Fahrt"

Umsatzplus nominell 0,8, real 0,1 % - "Damit erstmals seit 2001 kein realer Rückgang" - Weihnachtsgeschäft +1 % - Entwicklung gewann in der zweiten Jahreshälfte an Dynamik

Wien (PWK077) - "Die Konjunktur im Einzelhandel in Österreich gewinnt an Fahrt", zeigt sich Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich, erfreut. Das Umsatzplus von nominell 0,8, das entspricht real - d.h. unter Berücksichtigung des Preiseffekts - 0,1 Prozent gegenüber 2005, das der Einzelhandel im Jahr 2005 erzielen konnte, weise, so Lemler, in die richtige Richtung: "Denn damit liegt der Umsatz im Einzelhandel erstmals seit 2001 auch real knapp über dem Niveau des Vorjahres und war erstmals seit 2001 kein realer Umsatzrückgang zu verzeichnen." Auch im Weihnachtsgeschäft 2005 konnten die heimischen Einzelhändler/-innen das Umsatzniveau des Vorjahres nominell um 1 Prozent übertreffen, womit es auch im Weihnachtsgeschäft 2005 (Gesamtumsatz: rund 1,4 Milliarden Euro) erstmals seit 2001 zu Umsatzzuwächsen kam. In dem Zusamnmenhang unterstrich Handelsobmann Lemler besonders die Funktion des Handels als Preisstabilisator: "Die Preissteigerung ist nämlich im Einzelhandel mit durchschnittlich rund 0,7 Prozent deutlich geringer ausgefallen als die von der Statistik Austria mit 2,3 Prozent bezifferte allgemeine Inflationsrate".

Das geht aus der aktuellen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria hervor, an der rund 1.500 Einzelhandelsgeschäfte von rund 800 Unternehmen teilnehmen, und deren Ergebnisse heute, Mittwoch, von Handelsobmann Lemler und Peter Voithofer, dem stellvertretenden Direktor der KMU Forschung Austria, präsentiert wurden.

Zunehmend an Dynamik gewonnen hat der heimische Einzelhandel in der zweiten Jahreshälfte: Zwischen Juli und Dezember 2005 konnten die Händlerinnen und Händler sowohl nominell als auch real Umsatzzuwächse erwirtschaften, nachdem die Erlöse in der ersten Jahreshälfte real noch unter dem Niveau des Vorjahres lagen. Die Anzahl der (kaufenden) Kunden war im zweiten Halbjahr mit -0,7 Prozent weniger stark rückläufig als im ersten (-1,5 Prozent); insgesamt sank die Kundenfrequenz 2005 (abermals) um 1,1 Prozent. "Primäres Ziel muss es daher weiterhin sein, die Kundenfrequenz zu erhöhen, um eine nachhaltige Verbesserung der Einzelhandelskonjunktur zu erreichen", führte Lemler aus.

Branchensieger im Jahr 2005 ist der Schuhhandel: Mit nominellen Umsatzsteigerungen in der Höhe von nahezu 6 Prozent das Branchenranking 2005, gefolgt vom Uhren- und Schmuckeinzelhandel und dem Einzelhandel mit Eisenwaren, Bau- und Heimwerkerbedarf mit einem Umsatzplus von mehr als 2 Prozent. Im Sportartikel-, Lederwaren- und Lebensmitteleinzelhandel fielen die Erlöszuwächse ebenfalls höher als im Einzelhandel insgesamt aus. Die höchsten Umsatzeinbußen musste mit -1,5 Prozent der Papier- und Bucheinzelhandel hinnehmen.
Auch real erzielte der Schuheinzelhandel mit Abstand das beste Branchenergebnis. Danach folgen mit dem Radio-, Elektro-, EDV- und Fotoeinzelhandel und Lederwareneinzelhandel jene beiden Branchen, in denen die Produkte des jeweiligen Warenkorbs im Vergleich zum Vorjahr - neben dem Schuheinzelhandel -im Durchschnitt am stärksten gesenkt wurden. Der Uhren- und Schmuck- und Sportartikeleinzelhandel konnten ebenfalls mengenmäßige Umsatzzuwächse erzielen. Alle anderen Branchen konnten das Umsatzniveau des Vorjahres real nicht übertreffen. Das Minus war auch real im Papier- und Buchhandel am höchsten.

Differenziert nach dem Umsatz konnten die Geschäfte aller Größenklassen das Niveau des Vorjahres nominell übertreffen. Am besten war die Umsatzentwicklung bei den Standorten mit einem Jahresumsatz von 2 bis 4 Millionen Euro. Nach Bundesländern betrachtet fiel der nominelle Umsatzzuwachs im Jahr 2005 in den südlichen Bundesländern mit 1,1 Prozent am höchsten aus. Im Westen Österreichs betrug das Plus 0,9, im Osten 0,5 Prozent.

Einen "erfreulichen Umstand" nennt Handelsobmann Lemler das Beschäftigungswachstum im österreichischen Einzelhandel von 1,4 Prozent: "Damit hebt sich der Handel in der derzeitigen Beschäftigungssituation in ganz besonderer Weise ab." Handelsforscher Voithofer führte ergänzend aus, dass es in allen Monaten einen Zuwachs bei der Anzahl an Beschäftigten von 1 Prozent oder mehr gegeben habe. Am höchsten war der Anstieg im Jahresverlauf in den Monaten Jänner und Dezember. Im Jahresdurchschnitt waren damit 2005 im Einzelhandel in Österreich rund 242.000 unselbstständig Beschäftigte (ohne geringfügig Beschäftigte) tätig.

Verbessert hat sich laut KMU Forschung Austria das Stimmungsbild im Einzelhandel: Die Zahl derer, die in den kommenden drei Monaten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage erwarten, ist von 15 Prozent im Jahr 2005 auf 21 Prozent gestiegen. Der Anteil der Unternehmen, der eine Verschlechterung befürchtet, ist von 18 auf 12 Prozent zurückgegangen, damit zeigen sich die Unternehmerinnen und Unternehmer zuversichtlicher als 2005. (JR)

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