Papierverarbeitende Industrie unter Preis- und Kostendruck

Wien (PWK074) - In den ersten drei Quartalen 2005 wurden mit
751.000 to um 1,7% mehr Produkte der PPV Industrie, insbesondere Verpackungen, abgesetzt als 2004. Der Produktionswert konnte nur um 1,5% angehoben werden. Neben dem stagnierenden Inlandsmarkt blieb auch die Exortdynamik vergangener Jahre aus. Die Exportmenge lag um 0,7% unter dem Vorjahr und damit deutlich unter der Entwicklung der Gesamtindustrie (+3,5%). Damit dürfte das Gesamtjahr 2005 der PPV Industrie nicht die Zuwachsraten des Vorjahres bringen.

Die österreichische PPV Industrie stand im Jahr 2005 unter enormem Preis- und Kostendruck. Dies machte eine Erhebung des zuständigen Fachverbandes PPV deutlich, die im Dezember 2005 unter repräsentativen Mitgliedsunternehmen abgehalten wurde. Entsprechend negative Auswirkungen auf die Ertragslage wurden mehrheitlich berichtet.

Heizöl, Strom und Erdgas erfuhren Verteuerungen um bis zu 25%. Die gestiegenen Energiepreise haben nicht nur die Energie- und Transportkosten der Verarbeiter verteuert, sondern fanden auch in den energieintensiven Rohmaterialien Papier, Karton und Pappe sowie bei Druckfarben, Lacken und Klebstoffen ihren Niederschlag. Seit Spätherbst 2005 werden auch Preiserhöhungen auf der Rohstoffseite realisiert, die bei Faltschachtelkarton durchschnittlich 10% und bei Wellpappe-Rohpapieren bis zu 20 % betragen. Angesichts eines Materialanteils von rund 50%, insbesondere bei den Verpackungsherstellern, können diese Kosten nicht von den Verarbeitern getragen werden.

Nunmehr kommen dazu auch noch die aktuellen Kostensteigerungen auf der Personalseite. Mit 1. März 2006 werden die Löhne und Gehälter für die 9.500 Beschäftigten in der PPV Industrie um 2,5% angehoben werden. Dies ist das Ergebnis der am 10.2. d.J. abgeschlossenen Lohn-und Gehaltsrunde zwischen dem Fachverband PPV und den Gewerkschaften der Privatangestellten und Druck, Journalismus und Papier.

Angesichts des hohen Wettbewerbs- und Preisdrucks konnten schon die Kostensteigerungen der letzten vier Jahre bislang kaum am Markt weitergegeben werden. Nunmehr zeichnet sich nach Jahren der Preiserosion eine deutliche Trendwende ab: Da nunmehr in allen wesentlichen Kostenfaktoren der PPV Industrie weitere massive Erhöhungen eingetreten sind, sind die Verarbeiter gezwungen diese in den nächsten Wochen und Monaten kostenadäquat am Markt weiterzugeben. Es ist also mit Preisanhebungen bei Verpackungen und sonstigen Papierwaren zu rechnen.

Für 2006 sind die Papierverarbeiter hinsichtlich der Auftragssituation vorsichtig optimistisch. Insbesondere der Verpackungssektor sollte von einem Anziehen der Konsumgüternachfrage positiv betroffen werden. Angesichts des enormen Preis- und Wettbewerbsdrucks und der fortschreitenden Kostenerhöhungen bei Energie und Rohstoffen sind jedoch die Erwartungen hinsichtlich einer Verbesserung der Wertschöpfung und der Betriebsergebnisse eher zurückhaltend. Rationalisierungs-potentiale sind weitestgehend ausgeschöpft. (us)

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