- 13.02.2006, 13:50:08
- /
- OTS0184 OTW0184
Kukacka: Binnenschifffahrt hat großes Potenzial im grenzüberschreitenden Güterverkehr
Studie unter Österreichs Unternehmen stellt der Binnenschifffahrt ein gutes Image aus, zeigt aber auch weiteren Handlungsbedarf
Wien (OTS) - Im Vorfeld des EU-Binnenschifffahrtskongresses (13. -
15. Februar 2006 in Wien) wurde im Auftrag des Verkehrsministeriums
eine Potenzialanalyse der Binnenschifffahrt unter Österreichs
Untenehmen, der verladenden Industrie, den Logistikern und den
Binnenschifffahrtsunternehmen gemacht. "Das Ergebnis ist eindeutig:
Die Binnenschifffahrt geniest ein positives Image und es besteht ein
beachtliches Verlagerungspotenzial. Aber auch eine gewisser
Handlungsbedarf wurde ganz klar aufgezeigt", fasst
Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka die Ergebnisse der aktuellen
Studie zusammen.
"Die Binnenschifffahrt genießt bei 51% der verladenden Industrie und
Österreichs Logistikern ein gutes Image. Das ist vor allem auf die
Faktoren hohe Umweltverträglichkeit, niedrige Kosten und hohe
Transport- und Gütermengen zurückzuführen. Lediglich 5% stellen ihr
ein negatives Zeugnis aus. Relativ hoch ist mit 44% allerdings auch
der Anteil jener, die sich noch kein genaues Bild zum Verkehrsträger
Wasserstraße gemacht haben", betont der Staatssekretär.
Im Schnitt könnten sich 57,8% der Befragten Unternehmen vorstellen
bei für sie gleich bleibenden Kosten einen Teil ihrer Gütertransporte
auf die Binnenschifffahrt zu verlagern. Zusätzliches Potenzial bietet
die 35,8% große Gruppe der zum jetzigen Zeitpunkt unentschlossenen
Logistikunternehmen, die die Weiterentwicklungen im
Binnenschifffahrtssektor abwarten möchte. "Dieses Potenzial hilft uns
bei dem Vorhaben, Österreich als Vorreiter einer ökologisch
orientierten Verkehrspolitik innerhalb der EU zu positionieren. Wir
haben daher diesen Themenschwerpunkt für unsere Präsidentschaft
gewählt, um die Binnenschifffahrt nachhaltig auf die Agenda der
europäischen Verkehrspolitik zu setzen und dort wo dies möglich und
sinnvoll ist, eine umweltfreundliche Alternative zum
Straßengüterverkehr zu etablieren", so Kukacka.
Die Umfrage zeigt aber auch einen noch notwendigen Handlungsbedarf
auf. So sehen Österreichs Logistiker noch ein weiteres
Entwicklungspotenzial bei der Preisgestaltung (51%) und wünschen sich
darüber hinaus eine Beschleunigung der Transporte (49%), sowie besser
kombinierte Logistikkonzepte von Straße, Schiene und
Binnenschifffahrt (33% - Mehrfachnennung möglich). Für die heimischen
Schifffahrtsbetriebe steht vor allem der Ausbau der europäischen
Wasserstraßen (86%), sowie eine verstärkte Bewusstseinsbildung über
die Vorteile der Binnenschifffahrt (57) im Vordergrund.
Österreich hat bereits einen "Nationalen Aktionsplan zur
Binnenschifffahrt" für die Jahre 2006 - 2015 erstellt, der den
Anforderungen der Wirtschaft, aber auch den notwendigen
Umweltaspekten entspricht und der nun auch Vorbild für das
Europäische Modell sein soll. Die Politik hat sich darin die
Verbesserung der Wasserstraßeninfrastruktur zum Ziel gesetzt.
"Erreichen wollen wir das durch eine ordnungsgemäße Erhaltung der
Wasserstraße - sprich Fahrrinne und durch die Beseitigung von
Engpässen, sowie durch ein besseres Schleusenmanagement. Darüber
hinaus müssen unsere Häfen eine Drehscheibenfunktion als
multifunktionale Logistikknoten zwischen den Verkehrsträgern Wasser,
Schiene und Straße wahrnehmen und unsere Flotte soll durch ein
Flottenförderprogramm zur Modernisierung des Schiffraumes und
Umrüstung (z.B.: auf modernen Containertransport) motiviert werden",
schloss der Staatssekretär.
Rückfragehinweis:
Staatssekretariat im BM für Verkehr, Innovation und Technologie
Walter Gröblinger
Pressesprecher
Tel.: +43 (01) 711 62/8803
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SVT






