• 13.02.2006, 11:23:36
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Schule im Spital sichert Zukunft der Kinder

Wien (OTS) - "Die Wiener Heilstättenschule als Teil des
öffentlichen Wiener Schulwesens ist österreichweit, aber auch
international beispielgebend für die gelungene Zusammenarbeit des
Gesundheits- und Bildungswesens. Kinder, die im Laufe eines
Schuljahres so schwer erkranken, dass sie stationär in einem
Krankenhaus aufgenommen werden müssen, können damit am Unterricht
weiter teilhaben. Dies ist nicht nur wichtig für den gesamten
weiteren Bildungsweg des Kindes, sondern kann sich auch positiv auf
den Genesungsprozess auswirken", stellte Wiens Gesundheits- und
Sozialstadträtin Renate Brauner heute im Rahmen einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit Wiens Amtsführender Stadtschulratspräsidentin
Susanne Brandsteidl fest.

Brauner weiter: "Für viele dieser jungen PatientInnen bedeutet
ein Krankenhausaufenthalt auch die Sorge, dass sie den versäumten
Lernstoff in der Schule nachholen müssen. In allen Kinderabteilungen
der Wiener Gemeindespitäler ist daher der Schulunterricht normaler
Bestandteil des Spitalsalltags."****

Die Wiener Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne
Brandsteidl unterstrich, dass Wien mit seinen Heilstättenschulen den
Anspruch des "Rechts auf Bildung für alle" in der Realität
verwirkliche: "In Wien hat jedes Kind ein Recht auf Bildung unter
Berücksichtigung seiner körperlicher, geistigen und psychischen
Verfassung. Mit den derzeit 34 Spitalsklassen an 11 Wiener Spitälern
sowie an der Jugendpsychiatrischen Tagesklinik des Psychosozialen
Dienstes garantieren wir den Kindern - unabhängig von ihrer
Erkrankung - eine aktive Partizipation am Schulunterricht und somit
letzthin eine echte Teilhabe am 'normalen’ Leben. Es ist von
unschätzbarem Wert, dass SchülerInnen, die aufgrund ihrer
gesundheitlichen Situation Nachteile erleiden, dieserart das
zusätzliche Manko eines größeren Schullaufbahnverlustes erspart
werden kann."

Als besonders positiv hob Brandsteidl die enge Kooperation der
SchülerInnen der Heilstättenschule mit ihren Stammschulen und
-klassen hervor: "Gerade wenn man schwer erkrankt ist, schenkt es
Kraft und Mut, wenn der Kontakt zur eigentlichen und gewohnten
Schulklasse erhalten bleibt. Und dabei geht es dann nicht nur um
'Schule im engeren Sinn’, sondern auch um Freundschaften und
Zusammengehörigkeitsgefühl sowie ganz konkret um eine Verbindung zu
der 'Welt da draußen’."

Details zur Heilstättenschule

Als Kernelemente der Heilstättenschule bezeichnete die für die
Heilstättenschule zuständige Schuldirektorin Mag. Ingrid Schierer
folgende Grundsätze:

o Die Heilstättenschule ist ein Teil des öffentlichen Schulwesens 
  und hat das Ziel, Kindern mit langer Erkrankungsdauer ein       
  erfolgreiches Bestehen der Schullaufbahn gemeinsam mit den      
  Kindern der Herkunftsklasse zu ermöglichen.                     
o Die Heilstättenschule kooperiert und vernetzt sich auf          
  breitester Ebene - sowohl mit der Stammschule als auch mit allen
  involvierten Einrichtungen im Dreieck von Medizin, Schule und   
  Psychologie.                                                    
o Die Heilstättenschule bringt durch den Schulunterricht Alltag   
  ans Krankenbett, ermöglicht Erfolgserlebnisse und sichert       
  Zukunftschancen.                                                
o Die Heilstättenschule gewährleistet durch den regelmäßigen      
  Unterricht einen strukturierten Tagesablauf und hilft somit auch
  beim Erhalt der sozialen Bezugssysteme.

5.000 Kinder werden jährlich betreut

Quantitativ betrachtet werden von LehrerInnen der
Heilstättenschule pro Schuljahr ca. 5.000 Kinder betreut, im Schnitt
sind dies 300 bis 400 Kinder pro Tag. An folgenden Krankenanstalten
(Standorten, Exposituren) unterrichten geprüfte
PflichtschullehrerInnen erkrankte SchülerInnen: Krankenanstalt
Rudolfstiftung, St. Anna Kinderspital, Universitätsklinik und
Universitätskliniken, AHK-Interdisziplinäre Tagesklinik,
AKH-Jugendneuropsychiatrie, Preyer’sches Kinderspital, UKH-Meidling,
Orthopädisches Spital Speising, Krankenhaus Hietzing mit
Neurologischem Zentrum Rosenhügel, Otto Wagner Spital,
Wilhelminenspital, Lorenz Böhler Unfallkrankenhaus, SMZ Ost,
Jugendpsychiatrisches Tageszentrum.

Heilstättenschule findet breite Zustimmung

Auch aus Sicht der Spitäler, an denen die Heilstättenschule
tätig ist, kommt dem Konzept der "Schule im Spital" eine bedeutende
Rolle zu. So stellte der Ärztliche Direktor des St.
Anna-Kinderspitals hierzu fest: "Der Schulunterricht für die
krebskranken Kinder im Krankenhaus und zuhause ist eine sehr
wertvolle Ergänzung und Unterstützung zur medizinischen Behandlung.
Den schwerkranken Kindern, die aufgrund der Schwere der
behandlungsbedingten Immunschwäche über längere Zeit keinen normalen
Schulunterricht haben können, wird dadurch die Hoffnung auf
Integration nach Abschluss der Behandlung gegeben. Aus der Erfahrung
wissen wir, dass dieses Angebot des Stadtschulrates Wien sowohl die
betroffenen Kinder, deren Eltern als auch die Mitschüler der
Stammschulen zu schätzen wissen!"

Bestätigt wird diese positive Sicht auch von Elternseite selbst.
So verwies Ingeborg Köstldorfer, Obfrau der "Elterninitiative für
krebskranke Kinder Wien, NÖ und Burgenland", einerseits auf ihre
persönlichen Erfahrungen als betroffene Mutter, andererseits stellte
sie generell im Namen der Elterninitiative fest, dass "die
Heimstättenschule ein Stück Hoffnung verkörpert, dass nach der
Therapie die Rückkehr in ein normales Leben ohne zusätzliche Sorge um
den Widereinstieg in die Schule möglich ist. Durch den Einsatz der
Heilstättenlehrer ist eine große Sorge von Kindern und Eltern
genommen worden und dafür möchte ich in meiner Eigenschaft als Obfrau
der Elterninitiative für krebskranke Kinder, der Stadt Wien ganz
herzlich danken." (Schluss) ssr

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Matias Meißner
Medien- und Pressereferat des Stadtschulrates
Tel.: 525 25/77014
mailto:matias.meissner@ssr-wien.gv.at
Mag.a Cécile-Veronique Brunner
Mediensprecherin Stadträtin Mag.a Renate Brauner
Tel.: 4000/81238
Handy: 0664 345 045 1
mailto:brc@ggs.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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