Neues Volksblatt: "Ein Gesetz" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 8. Februar 2006

Linz (OTS) - In Wien darf ein 15-Jähriger um halb zwölf Uhr in der Nacht beim Campingplatz-Buffet ein Kracherl trinken. In Salzburg darf er das nicht. Erstens dürfte er nur bis 23 Uhr wegbleiben, zweitens dürfte er sich nur in Begleitung einer Aufsichtsperson überhaupt auf dem Campingplatz aufhalten.
Dass es einigermaßen mobilen Jugendlichen nicht wirklich zuzumuten ist, die einschlägigen, sie betreffenden Bestimmungen der neun Bundesländer zu kennen (wobei es wichtig ist, von Rechten und Pflichten zu reden), leuchtet ein. So gesehen kommt der Haubner-Vorstoß nach einem bundeseinheitlichen Jugendschutzgesetz nicht zu früh. Ihr oder ihren Vorgängern im Sozialministerium dafür alleine den Schwarzen Peter zuzuschieben, wäre unfair. Es liegt wohl auch am gelebten Föderalismus, dass in Sachen Jugendschutz immer noch mit zum Teil recht unterschiedlichem Maß gemessen wird.
Wobei eines schon auch gesagt sein muss: Es gibt immer noch eine Verantwortung der Erziehungsberechtigten, die eigentlich auch unabhängig von diversen Gesetzen wahrzunehmen wäre.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001