Greenpeace: Kampf für gentechnikfreies Europa geht nach WTO-Urteil weiter

Unklares WTO-Urteil ist Auftrag an die EU, sich klar gegen Gentechnik zu positionieren.

Wien (OTS) - Mit mehr als 2 Jahren Verspätung hat die Welthandelsorganisation WTO heute ihr Urteil im Gentechnikstreitfall gefällt. In der Sache lässt das Urteil viele Interpretationen zu. "Dass Urteil der WTO geht ins Leere. Die EU-Gesetzgebung ist davon nicht betroffen und die Gentechnikverbote, wie sie Österreich besitzt, sind nicht gefährdet", analysiert Bernhard Obermayr, WTO-Experte von Greenpeace.

Im Mai 2003 hat die USA eine Klage gegen die EU eingebracht, der sich auch Argentinien und Kanada angeschlossen haben. Die Klage bezog sich auf das de facto Moratorium der EU gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen und auf nationale Gentechnikverbote einiger Mitgliedstaaten, darunter auch Österreich. Wie erwartet war die WTO mit der Frage der Gentechnik überfordert. "Eine Handelsorganisation wie die WTO ist nicht geeignet mit komplizierten Umwelt- und Gesundheitspolitischen Fragen umzugehen", kritisiert Obermayr. "Das Urteil der WTO ist entsprechend unklar. Zentral ist aber, dass Österreich auch nach dieser Entscheidung ohne Probleme gentechnikfrei bleiben kann. Das ist ausschließlich eine Frage des politischen Willens", so Obermayr weiter.

"Gentechnik ist und bleibt eine Risikotechnologie deren langfristige Konsequenzen niemand seriös abschätzen kann. Im Gegenteil es häufen sich die Anzeichen dafür, dass Gentechnik mit erheblichen ökologischen und gesundheitlichen Risken behaftet ist", beschreibt Steffen Nichtenberger, Gentechnikexperte von Greenpeace, die Situation.

Nach diesem Urteil ist die EU gefordert. Statt einer zunehmenden Förderung der Gentechnik gegen den überwiegenden Wunsch der Mehrheit der Europäischen Bürgerinnen und Bürger muss die EU jetzt ein klares Bekenntnis zu einer gentechnikfreien Landwirtschaft abgeben. "Egal wie man das WTO-Urteil bewertet, Fakt bleibt, dass die Menschen in Europa Gentechnik nicht essen wollen. Wer jetzt weiter auf die Gentechnikkarte setzt tritt daher die Bedürfnisse der Menschen in Europa mit Füßen", analysiert Obermayr. "Europa hat jetzt die historische Chance, sich als gentechnikfreier Kontinent zu profilieren und so einen wichtigen Schritt für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu setzen. Die EU hat sofort die entsprechenden Schritte für eine klare Gesetzgebung für ein gentechnikfreies Europa einzuleiten", so Obermayr abschließend.

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Bernhard Obermayr, Greenpeace-WTO-Experte
Tel.: 0664-4904986
Steffen Nichtenberger, Greenpeace-Gentechnik-Experte
Tel.: 0664-6126703

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