Feinstaub: Kärnten bei Maßnahmen gut unterwegs - Viel Lob für Feinstaubverordnung von Umweltorganisationen

LR Rohr wirft Martinz Ahnungslosigkeit vor - Sollte lieber Parteifreund und Umweltminister Pröll auf effektiven Anti-Feinstaubkurs bringen

Klagenfurt (SP-KTN) - Wenn Landesrat Josef Martinz heute beim
Thema Feinstaub munter geworden ist, dann zeige das, dass er bisher geschlafen und daher keine Ahnung davon hat, was in Kärnten schon alles zur Feinstaubreduktion in Gang gebracht wurde, sagt Umweltlandesrat Reinhart Rohr.

So sollte Martinz eigentlich wissen, dass unter Federführung Kärntens mit seinem Parteikollegen Umweltminister Josef Pröll ein gemeinsamer Katalog des Bundes und der Länder zur PM-10-Reduktion ausgearbeitet wurde. Darin enthalten sind umfangreiche Maßnahmen für Industrie, Gewerbe, Hausbrand und Verkehr, betont Rohr. Allerdings könnte sich Martinz dahingehend nützlich machen, seinem Ministerfreund klar zu machen, dass er mit seinem Immissionsgesetz-Luft (IG-L) alles unternimmt, den Ländern bei einer sinnvollen Umsetzung der Maßnahmen massive Prügel vor die Beine zu werfen. Pröll streue hier ständig Feinstaub ins Getriebe, ärgert sich Rohr.

Scharfe Kritik übt der Umweltlandesrat an den von Martinz genannten Verursacher-Prozentsätzen. "Wo hat sich Martinz diese aus den Fingern gesogen", fragt sich Rohr. So haben Experten vom Umweltbundesamt bis hin zur Technischen Universität Wien für Klagenfurt die Hauptbelastung im Straßenverkehr festgemacht. Aber der "Experte" Martinz habe wohl seinen Chemiekasten aus der Schulzeit ausgepackt und versucht sich nun als Feinstaubfachmann, mutmaßt Rohr. Hingegen wird Kärnten von den Grünen in Kärnten, Tirol und der Steiermark sowie von Greenpeace und dem Verkehrclub Österreich für die Feinstaubverordnung und den darin enthalten Verkehrsmaßnahmen gelobt und als vorbildlich bezeichnet.

Ebenfalls entgangen sein dürfte Martinz, dass Kärnten österreichweiter Spitzenreiter beim Einsatz erneuerbarer Energien sei. Das habe erst kürzlich die schwarze Landwirtschaftskammer Oberösterreich in einer Vergleichsstudie bestätigt, so Rohr. 42 Prozent seines Energiebedarfes bezieht Kärnten aus Öko-Anlagen. Österreichweit liegt dieser Wert bei 23 Prozent, europaweit bei sechs und weltweit bei drei Prozent.

Die Verursacher für Feinstaub sind im Gegensatz zu Martinz selbstgestrickter Analyse jedoch regional unterschiedlich. Daher, so Rohr, laufen in Kärnten zahlreiche Projekte und Modelle für gezielte und wirkungsvolle Maßnahmen bei Feinstaub wie das "KAPA-GS LIFE-Umwelt-Projekt". Das ist das Klagenfurter Anti-PM10 Aktionsprogramm, gemeinsam mit der Stadt Graz und Südtirol mit Unterstützung des Landesumweltreferates Kärnten. Dabei geht es um die Erarbeitung von Maßnahmen durch Modellsimulation und Evaluierung nach Durchführung von Testbetrieben. Projektende: 2007. Weiters die sogenannte "AQUELLA-Studie" zur Quellenanalyse für Feinstaubpartikel und dem Erstellen einer Massenbilanz durch die Technischen Universität Wien. AQUELLA bedeutet eine exakte Zuordnung von PM10-Partikel zu den jeweiligen Verursachern. Projektende: 2006.

Ein weiteres Projekt nennt sich "Dynamischer Emissions- und Immissionskataster" und stellt für den Raum Lavanttal bzw. den Großraum Wolfsberg PM10-Emissionen den Immissionen gegenüber. Durch eine entsprechende Modellierung könne damit die Wirksamkeit von Maßnahmen durch Luftströmungsmodelle vorab berechnet werden, so Rohr. Projektende: 2006.

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ-Kärnten
Tel.: 0463/577 88 76 od. 77
Fax: 0463/577 88 86
presse-kaernten@spoe.at
http://www.kaernten.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS90001