Zu Fuß durch den Winter: Sturzgefahr und Schattendasein

Unwirtlich und risikoreich sind die Bedingungen für Fußgänger auf winterlichen Straßen: Eisglatte Böden und schlechte Sichtbarkeit bedeuten für Menschen akute Gefahr.

Wien (OTS) - Als Fußgänger unterwegs auf winterlichen Straßen -eine Gratwanderung zwischen Sturzgefahr und Schattendasein. Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit:
"Fußgänger brauchen Sicherheit und Schutz auf Schritt und Tritt - vom Verlassen des Hauses bis zum Überqueren der Bundesstraße. Die Palette der Maßnahmen reicht dabei von Geschwindigkeitsregelung beim motorisierten Verkehr über optimierte Sichtbarkeit der Fußgänger bis hin zu festem Schuhwerk und effizienter winterlicher Gehsteigräumung." Besonderer Schutz muss den Schwächsten auf der Straße gelten: Kindern und Senioren. Mehr als die Hälfte aller bei Verkehrsunfällen getöteten Fußgänger sind 60 Jahre oder älter. Besorgniserregend sind auch die Kinderunfallzahlen: Knapp ein Viertel aller im Straßenverkehr verletzten Fußgänger sind Kinder bis 14 Jahre.

Sturz und Fall: Senioren Spitzenreiter der Statistik

Aber nicht nur die Kollision zwischen Fußgängern und Fahrzeuglenkern endet oft spitalsreif: Laut Freizeitunfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit landen rund 14.000 Fußgänger jährlich nach Stürzen auf Glatteis, Schnee und Matsch in österreichischen Krankenhäusern. Mehr als 60 Prozent dieser folgenschweren Ausrutscher ereignen sich auf öffentlichen Verkehrsflächen wie Gehsteig, Schutzweg oder Straße. 42 Prozent der nach Stürzen spitalsreifen Fußgänger sind Senioren ab 60 Jahren. Vom blauen Fleck bis zum Knochenbruch ist alles dabei: Mehr als 40 Prozent der zu Boden gegangenen Fußgänger erleiden Blessuren an Händen oder Armen, jeder dritte verletzt sich beim Konflikt mit der Schwerkraft an Füßen oder Beinen. Acht Prozent der solcherart Verunfallten tragen Kopfverletzungen davon. Verletzungsart Nummer eins: Der klassische Knochenbruch, gefolgt von Sehnen- oder Muskelverletzungen und Prellungen.

"Auf Eis und Schnee muss festes Schuhwerk mit griffiger Sohle eine Selbstverständlichkeit sein. Ältere und gebrechliche Menschen sollten unnötige Wege auf eis- oder schneeglattem Boden vermeiden", rät Thann. Stichwort Haftung: Haus- und Grundstückseigentümer sind bei Schnee und Eis für die ordnungsgemäße Säuberung von Gehsteigen, Gehwegen und Stiegenanlagen entlang ihres Grundstücks verantwortlich. Sollte sich ein Passant auf einem ungeräumten Gehsteig mangels ausreichender Bodenhaftung verletzen, haftet der Liegenschaftseigentümer dafür.

Gefährliche Nacht: Leere Straßen, hohes Tempo

Mehr als die Hälfte aller auf Österreichs Straßen getöteten Fußgänger kommt bei Dämmerung oder Dunkelheit unter die Räder. Wer bei Dunkelheit zu Fuß unterwegs ist, bewegt sich praktisch ungeschützt in freier Wildbahn. Eine KfV-Studie zeigt bei Nacht eine deutlich geringere Anhaltebereitschaft der Fahrzeuglenker vor Schutzwegen als bei Tag. Speziell bei schlecht ausgeleuchteten Schutzwegen ist der Wille, Fußgängern den Vorrang einzuräumen, um ein Drittel schwächer als bei gut ausgeleuchteten. Beste Gegenrezepte:
Kontrolle durch die Exekutive und Selbstkontrolle der Lenker in Sachen Geschwindigkeit, Verbesserung der Lichtanlagen von Schutzwegen und Optimierung der Sichtbarkeit von Fußgängern. Reflexmaterial kann Leben retten: Ein Fußgänger mit reflektierender Kleidung ist vom Autofahrer mit Abblendlicht bereits aus 150 Metern Ferne erkennbar -ein dunkel gekleideter erst aus etwa 20 bis 30 Metern Distanz.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Eveline Wögerbauer, Marketing & Kommunikation
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