Österreichischer "Walschützer" kehrt vom Einsatz im Südpolarmeer zurück

Greenpeace-Aktivist Joe Böhm liefert Augenzeugenbericht vom Kampf um die Wale.

Wien (OTS) - Nach 73 Tagen als Greenpeace-Aktivist im Einsatz
gegen die japanischen Walfänger kehrte Joe Böhm am vergangenen Samstag wieder nach Österreich zurück. "Es war eine aufregende Zeit, aber ich bin sehr froh, wieder zu Hause zu sein", ist Böhm erleichtert über seine Rückkehr.

Von seinem außergewöhnlichen Einsatz bringt Böhm tiefgehende Eindrücke mit, die er so schnell nicht vergessen wird: der Freude, einige Tiere entkommen zu sehen, aber auch dem Horror, eine Stunde lang den Todeskampf eines Wals erleben zu müssen.

Es sind dramatische Szenen, die sich um die Jahreswende im Südpolarmeer abspielen. Greenpeace-Aktivisten kreuzen in ihren Schlauchbooten immer wieder vor japanische Walfangschiffe, die unterwegs sind, um fast 1000 Wale zu töten. Auch Joe Böhm behindert Tag um Tag die Jagd und kreuzt in einem der Boote zwischen Wale und tödliche Harpunenkanonen und nimmt den Harpunieren mit einem von ihm entwickelten Wasserwerfer die Sicht auf ihr Ziel. Die Besatzungen der Walfänger reagieren zunehmend mit Gewalt auf die Störung ihres blutigen Geschäfts: Sie richten Wasserwerfer direkt auf die Umweltschützer, schlagen mit Stangen auf die Schlauchboote ein oder schießen ihre Harpunen dicht an den Köpfen der Aktivisten vorbei.

Fast drei Monate lang war Joe Böhm auf dem größeren von zwei Greenpeace-Schiffen, der "Esperanza", unterwegs und hat dabei 14.500 Seemeilen - umgerechnet 26.854 Kilometer- zurückgelegt. Während 28 Tagen war die Esperanza im Kontakt mit der japanischen Walfangflotte, 12 Tage davon konnten die Walfänger keine Wale töten.

Greenpeace bewertet die Expedition als erfolgreich: So hat die zuständige japanische Fischereibehörde (FAJ) verkündet, dass die Walfänger während der diesjährigen Fangsaison ihre Fangquote nicht erreichen werden. Die japanische Fischereibehörde (FAJ) macht aus dem 1982 verabschiedeten Verbot des kommerziellen Walfangs eine Farce. Obwohl das erbeutete Walfleisch auf japanischen Delikatessmärkten landet, behauptet sie standhaft, der Walfang diene ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken.
"Für mich waren diese drei Monate trotz aller Anstrengungen ein voller Erfolg, denn ich habe sicherlich einige Walen das Leben gerettet", bilanziert Böhm seinen Einsatz. "Jeder, der wie ich einen Wal über eine Stunde lang qualvoll hat sterben sehen, weiß, dass dieser angebliche "Forschungswalfang" grausam ist und sofort gestoppt werden muss", so Böhm weiter.

Unter dem Motto "SOS Weltmeer" wird die Esperanza noch ein Jahr lang unterwegs sein. Ende Februar startet sie zur nächsten Etappe in die illegalen Fischfanggebiete vor Westafrika.

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Dipl.-Biol. Antje Helms, Greenpeace-Meeresexpertin, 0664-2148952

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