Neues Volksblatt: "Roter Zwerg" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 4. Februar 2006

Linz (OTS) - Es gibt Wünsche, da sollte der Wünschende selbst hoffen, dass sie nicht in Erfüllung gehen. Das trifft auf Alfred Gusenbauer und seinen Wunsch zu, Bundeskanzler zu werden. Gusenbauer sollte froh sein, dass dieser Wunsch nicht Wirklichkeit werden wird. Denn ansonsten käme er in ziemliche Verlegenheit. Müsste er in diesem Fall doch Kompetenz und vor allem Führungsqualität beweisen. Eigenschaften, die der SPÖ-Vorsitzende bis dato - sollte er sie tatsächlich besitzen - gut zu verbergen wusste. Man erinnere sich nur an die Schwierigkeiten Gusenbauers, wenigstens in der eigenen Partei als Chef einigermaßen unumstritten zu wirken. Es fällt nicht schwer, sich auszumalen, wie wenig ein Kanzler Gusenbauer selbst seine eigenen roten Minister im Griff hätte. Und wenn Gusenbauer heute meint, die nächste Bundesregierung würde "titanische Aufgaben" zu erledigen haben, dann disqualifiziert er sich damit selbst als Regierungschef - denn ein politischer Zwerg eignet sich nicht zum Titanen.
Vor allem aber fehlt Gusenbauer eines: Die Bereitschaft zur konstruktiven Arbeit, die die Interessen Österreichs über jene der Partei stellt.

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