Gusenbauer bei Diskussion mit SchülerInnen: In die Bildung investieren

Rekordarbeitslosigkeit bekämpfen - Postprivatisierung "falscher Schritt" - SPÖ-Chef auf "Startklar"-Tour in Deutschlandsberg

Deutschlandsberg (SK) - "Jeden in die Bildung investierten Euro spart man sich später in der Sozialpolitik", unterstrich SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer Freitagnachmittag in einer lebhaften Diskussion mit rund 150 SchülerInnen der Bundeshandelakademie und Bundeshandelsschule Deutschlandsberg, die im Rahmen der "Startklar"-Tour im steirischen Bezirk Deutschlandsberg stattfand. Die SPÖ sei für mehr Investitionen in die Bildung, für 100.000 zusätzliche Ganztagsschulplätze, die "echte Wahlmöglichkeit" erst zuließen, und für kleinere Klassenschüler-Höchstzahlen (maximal 25). ****

Die derzeit zu beklagende Arbeitslosigkeit von rund 380.000 Arbeitssuchenden sei "dramatisch und besorgniserregend" - hier gelte es, wirksame Gegenmaßnahmen zu setzen, so Gusenbauer, der etwa für öffentliche Investitionen in die Infrastruktur und für eine Steuerpolitik plädierte, die den Mittelstand entlastet. Zum Thema Postprivatisierung hielt der SPÖ-Chef fest, dass diese ein "falscher Schritt" sei, weil sie in absehbarer Zeit zur weiteren Postamts-Schließungen und Entlassungen führen werde.

Plädoyer für individuelle Begabungsförderung

Die SPÖ sei klar für eine individuelle Begabungsförderung nach finnischem Modell, unterstrich Gusenbauer und verwies auf die schlechten PISA-Ergebnisse Österreichs, die auch daher rührten, dass das österreichische Schulsystem "soziale Herkunftsunterschiede verstärkt, statt sie aufzuheben". Gleichzeitig orientiere man sich an einem diffus formulierten Durchschnitts-Schüler, statt sich an individuellen Fähigkeiten und Begabungen zu orientieren.

Weitere Faktoren für das schlechte Abschneiden Österreichs bei PISA seien die zu großen Klassenzahlen und der Umstand, dass Kinder mit Migrationshintergrund bei Schuleintritt nicht ausreichend Deutsch können, erläuterte der SPÖ-Vorsitzende. Es müsse in Zukunft aber auch im Bereich der Erwachsenenbildung viel unternommen werden, gelte es doch, die "enormen Erfahrungen der Über-Fünfzig-Jährigen zu nutzen", die aufgrund ihres Erfahrungsschatzes verstärkt nachgefragt würden.

Tag 97 der "Startklar"-Tour - SPÖ-Chef unterstreicht bei Betriebsbesuchen die Wichtigkeit von KMUs

Die österreichischen KMUs seien von enormer Bedeutung für die heimische Wirtschaft - gerade in wirtschaftlich benachteiligten Regionen sind sie ein wichtiger Arbeitgeber, betonte Gusenbauer am Rande eines Besuches bei der Firma Seidel Elektronik. Angesichts der Schwierigkeiten der Firmen, qualifizierte FacharbeiterInnen zu finden, sprach sich Gusenbauer dafür aus, dass es zu einer sinnvollen Verteilung von technischen Schulen auf das Gesamtgebiet kommen müsse. Auch müsse man dem "erfolgten Strukturwandel Rechnung tragen" und dort spezialisierte Schultypen schaffen, wo sie von Seiten der Wirtschaft nachgefragt werden. Der SPÖ-Vorsitzende plädierte weiters dafür, dass Flexibilisierung auch bedeuten müsse, dass man auf die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten eingeht.

Im Anschluss besuchte der SPÖ-Vorsitzende den Kirtag in Wies, wo ihm die zahlreich Besucher einen besonders herzlichen Empfang bereiteten. Hauptgesprächsthemen waren hier einmal mehr die Frauenpensionen, die drückenden Sorgen der Menschen angesichts der stetig steigenden Arbeitslosigkeit sowie Fragen im Zusammenhang mit der EU. Er sei nach wie vor "frisch und hoch motiviert", hob Gusenbauer mit Blick darauf hervor, dass er heute den 97. Bezirkstag im Rahmen seiner "Startklar"-Tour durch alle Bezirke Österreichs absolviere. Der SPÖ-Chef betonte abschließend auch, dass ihm der direkte Kontakt mit den Menschen ganz wichtig sei, um sich der Sorgen, Ängste und Anliegen der Menschen im persönlichen Gespräch anzunehmen. (Schluss) mb

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