Volkshilfe Konferenz: Botschaft an Europa

Am zweiten Tag der europäischen Sozialkonferenz "Save our Social Europe" in Wien wurden Forderungen an die europäischen PolitikerInnen gestellt.

Wien (OTS) - Der zweite Tag der Konferenz wurde mit Berichten aus den hochrangig besetzten Teilveranstaltungen vom Vortag gestartet. An den Beratungen zu den Themen Armut, Beschäftigung und Bildung, Gesundheitsversorgung und Finanzierung nahmen VertreterInnen aus zehn Ländern teil.

Der Präsident der Volkshilfe Österreich, Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer fasst zusammen: "In Europa werden immer öfter Arme bekämpft, nicht die Armut. Es werden arbeitslose Menschen unter Druck gesetzt, und nicht die Arbeitslosigkeit beseitigt. Es werden die Rechte von kranken und alten Menschen beschnitten und nicht die Gesundheitsversorgung gesichert. Die Auswirkungen dieses neoliberalen Wahnsinns haben eine Spirale nach unten in Gang gesetzt, vor dessen Auswirkungen niemand mehr die Augen verschließen kann. Dagegen werden wir mit unserer Kampagne europaweit kämpfen."

Der Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich Erich Fenninger formulierte die Forderungen an Europa:" Wir wollen bei allen Maßnahmen der europäischen Staatenlenker und der Europäischen Kommission eine Sozialverträglichkeits-prüfung, und nicht nur wirtschaftsverträglichkeit. Denn der Satz "geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut" stimmt schon längst nicht mehr. Wir wollen einen gesicherten Zugang zu Sozial- und Gesundheitsleistungen für alle, unabhängig vom Einkommen. Und wir brauchen in Europa menschenwürdige Arbeit für ein menschenwürdiges Leben. Daher starten wir eine europaweite Unterschriftenaktion, auf www.soseurope.org kann man diese Ziele ab sofort unterstützen.

Der EU-Abgeordnete Hannes Swoboda betonte in seiner Rede die Bedeutung der Konferenz, denn "vor allem das Parlament braucht den intensiven Austausch mit der Zivilgesellschaft, und die europäische Politik braucht den Druck der Menschen in Europa."

An der abschließenden Podiumsdiskussion nahmen Gewerkschaftspräsident Fritz Verzetnitsch, NR-Abgeordneter Christoph Matznetter teil, als Vertreter der Zivilgesellschaft nahmen Simon Wilson von der europäischen social platform und Rainer Brückers, der Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Deutschland Platz. Als Vertreter der Europäischen Kommission diskutierte Adam Tyson, Direktor für soziale Inklusion unter der Leitung von Giampiero Alhadeff, Generalsekretär des internationalen Netzwerkes solidar.

Gewerkschaftspräsident Verzetnitsch unterstützte die Forderungen und betonte, dass Europa dringend Taten statt schöner Worte braucht. Der Beschäftigungs-zuwachs, sofern es überhaupt einen gibt, liegt in der Teilzeitarbeit und im geringfügigen Bereich, der Frauen aufgezwungen wird. Mit diesem Einkommen ist kein menschenwürdiges Leben möglich.

In seiner Abschlussrede bedankte sich Präsident Weidenholzer bei allen TeilnehmerInnen, bei den Mitveranstaltern Europäische Seniorenorganisation, Kinderfreunde und Samariterbund Österreichs und den Unterstützern Renner Institut, Gewerkschaft der Eisenbahner und Agrar, Nahrung und Genuss (ANG), Wien Kultur und der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen in der Bundesarbeitskammer.

Unter dem Applaus der TeilnehmerInnen schloss Weidenholzer mit den Worten "wir werden in den nächsten Monaten dafür sorgen, dass diese Botschaft gehört wird."

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