Bayr: Präventive Arbeit um Genitalverstümmelung zu verhindern

Wien (SK) - Jährlich seien weltweit drei Millionen Mädchen von FGM - (weiblicher Genitalverstümmelung), betroffen, erklärte Petra Bayr, Sprecherin der österreichischen Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung am Freitag in der Pressekonferenz "Weibliche Genitalverstümmelung - was weiß die Medizin?". Die bei der Pressekonferenz präsentierte Umfrage unter Wiener GynäkologInnen, Kinderärztinnen und Hebammen, habe gezeigt, dass noch viel Information und Sensibilisierung in diesem Bereich nötig sind, so Bayr.****

Die weibliche Genitalverstümmelung sei eine 5000 Jahre alte Tradition, welche für die betroffenen Frauen lebenslange physische und psychische Folgen habe. Die vor allem im afrikanischen und arabischen Raum verankerte Tradition käme durch die Migration nun auch nach Europa und müsse verstärkt zum Thema werden, so Bayr. Für viele ÄrztInnen sei FGM "eine weiße Landkarte", beanstandete die Sprecherin der Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung. So wissen nur 80 Prozent der in der Studie Befragten, dass FGM in Österreich strafrechtlich verboten sei, dies sei besonders alarmierend, immerhin hätten 30 Prozent der betroffenen Frauen vor auch ihre Töchter zu "verstümmeln". "Man muss präventiv Arbeit leisten, um dies zu verhindern", unterstrich Bayr.

Beratungsstelle für Frauengesundheit und FGM in Wien positives Beispiel

Beate Wimmer-Puchinger, Wiener Frauengesundheitsbeauftragte, sprach von einer "Verstümmelung der Seele", da die Genitalverstümmelung nicht nur verheerende gesundheitliche Folgen habe, sondern vor allem seelische Traumata nach sich ziehe. In der vor einem Jahr eröffneten "Beratungsstelle für Frauengesundheit und FGM" in Wien, seien bereits 308 Frauen beraten worden und 87 hätten die medizinische Behandlung in Anspruch genommen. Die UNO Sonderbotschafterin und Buchautorin Waris Dirie zeigte sich erfreut über eine solche Einrichtung und bekräftigte abschließend, dass es gegenüber FGM keine Toleranz geben dürfe. (Schluss) ar

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0012