Hochhauser: Intelligente Personalpolitik ist Schlüssel für Unternehmen mit Zukunft!

Auch Familienpolitik adaptieren: Forderung nach flexiblen Betreuungseinrichtungen und steuerlicher Absetzbarkeit von Kinderbetreuung

Wien (PWK053) - Eine Lanze für motivierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als "entscheidenden Wettbewerbsvorteil" brach heute, Freitag, der Leiter der Sozialpolitischen Abteilung der WKÖ, Martin Gleitsmann, der in Vertretung der WKÖ-Generalsekretärin Anna-Maria Hochhauser die Position der Wirtschaft im Rahmen des Podiumsgespräches der Veranstaltung über Demographische Herausforderungen in der Hofburg vertrat. Gleitsmann betonte, dass in einer intelligenten Personalpolitik der Schlüssel für Unternehmen mit Zukunft liege:
"Unternehmen müssen sich bereits heute angesichts des prognostizierten Arbeitskräftemangels als moderne Arbeitgeber präsentieren um für die Arbeitskräfte von morgen attraktiv zu sein."

Als Beispiele für eine entsprechende Personalpolitik nannte Gleitsmann individuelle Arbeitszeitregelungen, Weiterbildungsmöglichkeiten oder Unterstützungsleistungen im Rahmen der Kinderbetreuung. Auch wenn familienfreundliche Maßnahmen in den meisten Fällen nicht messbar seien, so zeige doch eine Studie aus der Schweiz, dass die unmittelbaren positiven Effekte einer familienfreundlichen Personalpolitik die Kosten für Maßnahmen übersteigen. So könne in einer Modellrechnung ein Return-on-Investment in dieser Studie von 8 Prozent erreicht werden. So kehren Beschäftigte nach der Geburt des Kindes schneller und häufiger in das Unternehmen zurück, es kommt zu einer reduzierten Stressbelastung u.ä.

Die WKÖ sei sich ihrer Vorbildfunktion bewusst und unterziehe sich aus diesem Grund dem Audit Familie und Beruf. Im Dezember 2003 erhielt die WKÖ das Grundzertifikat als familienfreundliches Unternehmen. Gleichzeitig werden im Rahmen verschiedener Informations- und Meinungsbildungsprozesse österrreichweit Unternehmen motiviert, freiwillig familienfreundliche Maßnahmen einzuführen, da dies effektiver und zielgerichteter sei, als Maßnahmen durch Regelungen zu erzwingen.

Gerade am Beispiel der heimischen Unternehmerinnen zeige sich, wie sehr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zur täglichen Herausforderung werde. Rund 30 Prozent der Selbständigen sind Frauen, fast drei Viertel der Unternehmerinnen sind Mütter, davon haben 41 Prozent 2 Kinder. "Wie eine Arbeitnehmerin auch, unterliegt die Unternehmerin einer Mehrfachbelastung. Und hier gilt es, die politischen Rahmenbedingen zu verbessern, fordert Hochhauser. Ziel sei die Bereitstellung bedarfsgerechter Kinderbetreuungseinrichtungen mit flexiblen Öffnungszeiten sowie die Möglichkeit, individuelle Betreuungsleistungen steuerlich geltend zu machen. Gleichzeitig ortet Hochhauser Nachholbedarf wenn es um innovative Betreuungseinrichtungen mit Interessenschwerpunkten (Sport, Sprachen, usw.) geht.

Einen Denkanstoß sieht Hochhauser in einer Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) aus dem Sommer 2005. Der Sukkus: Bei der Erwerbsquote der Frauen liegt Österreich sehr gut im Schnitt: 83 Prozent der Frauen zwischen 20 und 49 Jahren ohne Kind sind erwerbstätig, bei Frauen mit ein oder zwei Kindern sind es noch 73 Prozent. Das bedeutet, dass die Erwerbsquote nicht darunter leidet, dass Frauen Kinder bekommen. Die Lebensmodelle haben sich im Laufe der Zeit stark gewandelt haben. "Waren Familie und Beruf früher sehr nahe beieinander oder sogar ident, klaffen 2006 Welten dazwischen. Hier müssen wir integrative Arbeit leisten um diese Welten wieder näher aneinander zu bringen", so Hochhauser. (us)

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