• 03.02.2006, 11:30:12
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Hochhauser: Intelligente Personalpolitik ist Schlüssel für Unternehmen mit Zukunft!

Auch Familienpolitik adaptieren: Forderung nach flexiblen Betreuungseinrichtungen und steuerlicher Absetzbarkeit von Kinderbetreuung

Wien (PWK053) - Eine Lanze für motivierte und engagierte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als "entscheidenden
Wettbewerbsvorteil" brach heute, Freitag, der Leiter der
Sozialpolitischen Abteilung der WKÖ, Martin Gleitsmann, der in
Vertretung der WKÖ-Generalsekretärin Anna-Maria Hochhauser die
Position der Wirtschaft im Rahmen des Podiumsgespräches der
Veranstaltung über Demographische Herausforderungen in der Hofburg
vertrat. Gleitsmann betonte, dass in einer intelligenten
Personalpolitik der Schlüssel für Unternehmen mit Zukunft liege:
"Unternehmen müssen sich bereits heute angesichts des
prognostizierten Arbeitskräftemangels als moderne Arbeitgeber
präsentieren um für die Arbeitskräfte von morgen attraktiv zu sein."

Als Beispiele für eine entsprechende Personalpolitik nannte
Gleitsmann individuelle Arbeitszeitregelungen,
Weiterbildungsmöglichkeiten oder Unterstützungsleistungen im Rahmen
der Kinderbetreuung. Auch wenn familienfreundliche Maßnahmen in den
meisten Fällen nicht messbar seien, so zeige doch eine Studie aus der
Schweiz, dass die unmittelbaren positiven Effekte einer
familienfreundlichen Personalpolitik die Kosten für Maßnahmen
übersteigen. So könne in einer Modellrechnung ein
Return-on-Investment in dieser Studie von 8 Prozent erreicht werden.
So kehren Beschäftigte nach der Geburt des Kindes schneller und
häufiger in das Unternehmen zurück, es kommt zu einer reduzierten
Stressbelastung u.ä.

Die WKÖ sei sich ihrer Vorbildfunktion bewusst und unterziehe sich
aus diesem Grund dem Audit Familie und Beruf. Im Dezember 2003
erhielt die WKÖ das Grundzertifikat als familienfreundliches
Unternehmen. Gleichzeitig werden im Rahmen verschiedener
Informations- und Meinungsbildungsprozesse österrreichweit
Unternehmen motiviert, freiwillig familienfreundliche Maßnahmen
einzuführen, da dies effektiver und zielgerichteter sei, als
Maßnahmen durch Regelungen zu erzwingen.

Gerade am Beispiel der heimischen Unternehmerinnen zeige sich, wie
sehr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zur täglichen
Herausforderung werde. Rund 30 Prozent der Selbständigen sind Frauen,
fast drei Viertel der Unternehmerinnen sind Mütter, davon haben 41
Prozent 2 Kinder. "Wie eine Arbeitnehmerin auch, unterliegt die
Unternehmerin einer Mehrfachbelastung. Und hier gilt es, die
politischen Rahmenbedingen zu verbessern, fordert Hochhauser. Ziel
sei die Bereitstellung bedarfsgerechter Kinderbetreuungseinrichtungen
mit flexiblen Öffnungszeiten sowie die Möglichkeit, individuelle
Betreuungsleistungen steuerlich geltend zu machen. Gleichzeitig ortet
Hochhauser Nachholbedarf wenn es um innovative
Betreuungseinrichtungen mit Interessenschwerpunkten (Sport, Sprachen,
usw.) geht.

Einen Denkanstoß sieht Hochhauser in einer Studie des Instituts
für Höhere Studien (IHS) aus dem Sommer 2005. Der Sukkus: Bei der
Erwerbsquote der Frauen liegt Österreich sehr gut im Schnitt: 83
Prozent der Frauen zwischen 20 und 49 Jahren ohne Kind sind
erwerbstätig, bei Frauen mit ein oder zwei Kindern sind es noch 73
Prozent. Das bedeutet, dass die Erwerbsquote nicht darunter leidet,
dass Frauen Kinder bekommen. Die Lebensmodelle haben sich im Laufe
der Zeit stark gewandelt haben. "Waren Familie und Beruf früher sehr
nahe beieinander oder sogar ident, klaffen 2006 Welten dazwischen.
Hier müssen wir integrative Arbeit leisten um diese Welten wieder
näher aneinander zu bringen", so Hochhauser. (us)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Stabsabteilung Presse
   Tel.: (++43) 0590 900-4462
   Fax: (++43) 0590 900-263
   mailto:[email protected]
   http://wko.at/Presse

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