ARBÖ: Luftmassen aus Nord-Osten sorgen für Feinstaub-Hoch in Wien

Im Naturpark Kittsee nahezu gleich hohe Feinstaubwerte wie in der Lobau

Wien (OTS) - Viele Indizien sprechen dafür, dass das aktuelle Feinstaub-Hoch in Wien durch Ferntransporte aus Nord-Osten Europa zustande gekommen ist, stellt der ARBÖ-Wien aufgrund der vorliegenden Feintaub-Tagesmittelwerte (PM10) der letzten zwölf Tage fest. Dr. Rudof Ertl, Präsident des ARBÖ-Wien: "Wenn die Feinstaubwerte in Wien und Burgenland gleichzeitig stark ansteigen und in Wien in der Lobau fast gleich hohe Werte gemessen werden wie im burgenländischen Naturpark Kittsee, spricht das für eine starke Hintergrundbelastung mit Feinstaub, die nicht hausgemacht ist".

Dazu passt, dass die Luftmassen im genannten Zeitraum fast ausschließlich von Nord-Ost Europa nach Österreich kamen und es in diesen Tagen keinen nennenswerter Luftwechsel durch Luftströmungen aus dem Westen gegeben hat. "Genaue Untersuchungen der Luftmassen-Bewegungen - sogenannte Trajektorien - könnten hier aber Klarheit ins Feinstaub-Geschehen bringen und zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen", fügt Dr. Ertl hinzu.

Hier die Werte im Einzelnen:

Datum Mittelwert Lobau Naturschutzgebiet Wien Kittsee 20.01.06 61 50 49 23.01.06 52 42 53 24.01.06 131 114 94 25.01.06 60 49 49 26.01.06 57 45 47 27.01.06 70 70 56 28.01.06 100 78 62 29.01.06 108 86 93 30.01.06 121 112 96 31.01.06 77 62 51 01.02.06 122 82 77 02.02.06 101 88 83

(jeweils Tagesmittelwerte in mycrogramm/m3)

Dass es in Wien massiv zu Feinstaub-Ferntransporten aus der Ukraine, Polen usw. kommen kann, wurde im Vorjahr durch eine Statuserhebung für Wien festgestellt. Demnach sind 75 Prozent der Feinstaub-Immissionen, die auf Wien einwirken, nicht hausgemacht, sondern kommen aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland. Die "hausgemachten " 25 Prozent teilen sich (durchgerechnet) auf folgende Verursacher auf: Fünf Prozentpunkte auf Heizung, Drei Prozentpunkte auf Baumaschinen, acht Prozentpunkte auf Pkw und acht Prozentpunkte auf Lkw. Diese Aufteilung entnimmt der ARBÖ dem Statusbericht der MA 22, wobei der Abrieb zu jeweils gleichen Teilen den Pkw und den Lkw zugeordnet wurde.

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