AK-Studie stellt der Lehrausbildung ein schlechtes Zeugnis aus

Linz (OTS) - Eine aktuelle Befragung der AK Oberösterreich unter 31- bis 35-jährigen Fachkräften zeigt: Viele Lehrabsolventen/-innen haben wenig berufliche Perspektiven, sind mit ihrem Job unzufrieden und wechseln häufig den Beruf. Die Arbeiterkammer fordert deshalb eine bessere Qualität der Lehrausbildung.

Etwa ein Drittel der Befragten gibt an, nicht den gewünschten Lehrplatz bekommen zu haben, weil die passenden Ausbildungsplätze gefehlt hätten. Über mangelnde Berufsinformation klagen nur 6 Prozent. Der stellvertretende AK-Direktor Dr. Manfred Polzer dazu:
"Was nützt die beste Berufsinformation, wenn Lehrstellen gleichförmig in immer denselben Branchen und Berufen angeboten werden und die Wünsche der Jugendlichen auf der Strecke bleiben?"

Über ihre beruflichen Perspektiven äußern sich die Fachkräfte von heute negativ: 61 Prozent meinen, sie könnten ihren Beruf auch ohne Lehrausbildung ausüben. Oft wird auch die berufsspezifische Ausbildung zum Problem, immerhin befinden sich 56 Prozent der Befragten nicht mehr im erlernten Beruf.

Die Fachkräfte sind unzufrieden mit ihren Sprachen- und EDV-Kenntnissen, viele sehen nur geringe berufliche Perspektiven: Jeweils ein Viertel will nicht mehr so weiter arbeiten wie bisher, fast ebenso viele verdienen weniger als 1.000 Euro im Monat.

In bestimmten Berufsgruppen (Tourismus und Gastgewerbe, Friseure/-innen Bäcker und Konditoren/-innen, Tischler, Kfz-Mechaniker) wechseln zwischen zwei Drittel und drei Viertel meist schon bald nach der Ausbildung den Beruf. Viele sind dabei zumindest vorübergehend von Arbeitslosigkeit betroffen. Ein Blick auf die AK-Studie zeigt auch, warum das so ist: Es sind dies jene Berufe und Branchen mit den geringsten Aussichten auf eine erfolgreiche Karriere.

Obwohl die Ergebnisse zeigen, dass es in manchen Branchen erhebliche Mängel gibt, stellt die AK die Lehrausbildung als solche nicht in Frage. Aber: Künftig muss mehr auf die Nachhaltigkeit der Ausbildung gesetzt, in manchen Branchen und Betrieben mehr in die Qualität der Ausbildung investiert werden. Auch der betriebliche Teil der Lehrausbildung muss der Qualitätssicherung unterliegen.

Kontakt: Mag. Dominik Bittendorfer, Tel. 050/6906-2191
E-Mail: dominik.bittendorfer@ak-ooe.at

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0003