Wiener Kinderfreunde: "Trägerorganisationen werden über den Tisch gezogen"

Wien (OTS) - Die Präsidentin der Wiener Kinderfreunde Erni Graßberger zeigt sich nach ersten Jubelmeldungen aus dem Innenministerium über eine vermeintliche Einigung in der Diskussion um das Verpflegegeld für Zivildiener mehr als irritiert, denn Tatsache ist, "mit den Kinderfreunden hat niemand über die derzeit medial präsentierte Lösung der rückwirkenden Ansprüche diskutiert".

"Es war schon nach den Gesetzesänderungen im Jahr 2001 klar, dass die Regierung hier weiteren Handlungsbedarf hat. Spätestens 2003 hätte es Änderungen geben müssen. Man scheint auf Zeit zu spielen und versucht dabei, die Trägerorganisationen im Wahljahr 2006 mit halbfertigen, nicht abgesegneten Beschlüssen über den Tisch ziehen zu wollen", so Präsidentin Graßberger.

Die Wiener Kinderfreunde fordern Transparenz unter den Verhandlungsteilnehmern: Es muss deutlich gemacht werden, dass der Wissensstand der Trägerorganisationen den letzten Gesprächen vom 1. 2. 2006 entspricht und nicht den Informationen die das Ministerium über die Medien in den darauf folgenden Tagen verbreitet hat.
So findet der Konsens über die Rückzahlungen von maximal Euro 5.- pro Tag durch das Ministerium an alle Zivildiener aus den Jahren 2001 bis 2005 keinerlei medialen Niederschlag. Der veröffentlichte Betrag von Euro 3.- bis Euro 4.- entspricht nicht der vorangegangenen Diskussion und trägt hier nur zur Verwirrung bei.
"Die Basis für eine fruchtbare Zusammenarbeit scheint gefährdet", so Graßberger weiter, "die Politik des Verwirrens setzt sich auch in anderen Bereichen fort, denn wird zum Beispiel mit dem Innenministerium an einer Lösung gearbeitet, so kann man sich fast schon sicher sein, dass diese in Folge vom Finanzministerium torpediert wird".

Die Kinderfreunde sehen keine Möglichkeit die vom Ministerium angedachten Rückzahlungen zu finanzieren und erwarten sich eine Unterstützung seitens des Innenministeriums. "Es kann nicht angehen, dass die Regierung mit unausgegorenen Beschlüssen die Trägerorganisationen schikaniert. Welche der betroffenen Organisationen kann es sich denn leisten, die Rückzahlungen zu tragen? Die Kinderfreunde, die unter anderem selbst auf Spenden und Förderungen angewiesen sind, haben die vom Ministerium angesprochenen Rücklagen für die Verpflegung der Zivildienstleistenden nicht zur Verfügung. Wo sollen wir das Geld nun hernehmen?" so Graßberger.

Der Vorschlag von BM Prokop den Mehraufwand der Träger durch die Anhebung des Verpflegsgeldes auf Euro 80/pro Monat anzuheben, verstehen die Wiener Kinderfreunde als Diskussionsgrundlage.
"Mit anderen Regelungen scheint sich die Innenministerin bei den Trägerorganisationen abputzen zu wollen", schließt Graßberger ab.

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