Scheibner: "Seipel ist in der Kunstszene weder ein Hero noch ein Dämon"

"Österreich verfügt über eine Fülle von Kunstschätzen in den verschiedensten Museen"

Wien (OTS) - "Es ist insgesamt einmal schlecht, wenn in einer Kulturdebatte ein Museumsdirektor im Mittelpunkt steht. Direktor Seipel ist aus meiner Sicht in der Kunstszene weder ein Hero noch ein Dämon. Er ist ein sehr guter künstlerischer kultureller Leiter des Kunsthistorischen Museums und hat sich seine Erfolge erworben. Selbstverständlich sind aber auch Dinge im kaufmännischen Bereich zu kritisieren, das hat auch der Rechnungshof festgehalten. Wir gehen davon aus, daß baldigst die Konsequenz aus diesem Rechnungshofbericht gezogen wird und ein kaufmännischer Direktor für das KHM bestellt wird", stellte heute der Klubobmann des Freiheitlichen Parlamentsklub Abg. Herbert Scheibner im Zuge der Sondersitzung fest. Es sei aber auch Direktor Seipel anzuraten, sich in der Öffentlichkeit ein bißchen weniger in den Mittelpunkt zu stellen, so Scheibner weiter.

Die Opposition habe auch die Entscheidung der Regierung betreffend der Klimt-Gemälde kritisiert. Anscheinend hätte sich die Opposition gewünscht, daß der Preis möglichst hoch sei und die Bundesregierung jeden Preis bezahle, der verlangt werde und Gehrer hätte dann ohne rechtlicher Grundlage über 250 Mio. Euro für diese Kunstwerke berappen sollen. "Das kann wohl nicht Ihr ernst sein, wenn Sie sagen, das war ein unwürdiges Feilschen. Selbstverständlich stehen wir dazu, daß Kunstwerke, die 1938 geraubt worden seien, restituiert würden. Schon allein diese Sache war ja schon aufzuklären, war nicht zu 100 Prozent klar. Sonst hätte nicht 1999 unter einer SPÖ-Regierung der Restitutionsbeirat die Restitution dieser Gemälde mit der Begründung abgelehnt, daß man gesagt hat, es gibt ein Testament, eine Vereinbarung aus dem Jahr 1948, wo der Anwalt der Erben auf diese Gemälde verzichtet hat. Hier gab es selbstverständlich eine rechtliche Klärung, erklärte Scheibner.

Was aber nicht zu akzeptieren gewesen wäre, wäre der Umstand gewesen, wenn man jeden Phantasiepreis, den die Anwälte der jetzigen Eigentümer verlangten, aus Steuergeldern bezahlt hätte. Eine national Katastrophe sei das nun nicht, denn Österreich verfüge über eine Fülle von Kunstschätzen in den verschiedensten Museen, betonte Scheibner abschließend.

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