Toifl begrüßt die Einigung im Mehrwertsteuer-Streit

Grasser muss jetzt auf den Zug aufspringen

Wien (PWK051) - Polen hat gestern im Streit über die reduzierten Mehrwertsteuersätze für arbeitsintensive Dienstleistungen eingelenkt. Nach zweimaliger Verlängerung war das Pilot-Projekt Ende 2005 ausgelaufen und kann nun, nach zähem Ringen, gemäß dem Kompromissvorschlag der österreichischen Ratspräsidentschaft bis 2010 verlängert werden.

Österreich hat bis jetzt von der Ausnahmeregelung keinen Gebrauch gemacht. Damit haben die Gewerbe- und Handwerksbetriebe, die ein Viertel aller Arbeitnehmer Österreichs beschäftigen, einen eklatanten Wettbewerbsnachteil. "Wir müssen die österreichische Mehrwertsteuer von 20% dem Konsumenten weiterverrechnen, während sie in anderen EU-Ländern nur 5% ausmacht", erklärt Georg Toifl, Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk.

Dabei liegt der Vorteil der Mehrwertsteuerreduktion für arbeitsintensive Dienstleistungen auf der Hand: "Verringerte Steuersätze und somit eine Verbilligung der Dienstleistung sind ein wirksames Mittel zur Eindämmung der Schattenwirtschaft", so Toifl weiter.

Toifl fordert in diesem Zusammenhang, folgende Dienstleistungen in Österreich zu ermäßigen:
1. Kleine Reparaturdienstleistungen betreffend Fahrräder, Schuhe und Lederwaren, Kleidung und Haushaltswäsche (einschließlich Ausbesserung und Änderung).

2. Renovierung und Reparatur von Privatwohnungen, mit Ausnahme von Materialien, die einen bedeutenden Teil des Wertes der Dienstleistung ausmachen).

3. Reinigung von Fenstern und Reinigung in privaten Haushalten.

4. Häusliche Pflegedienste (z.B. Haushaltshilfe und Betreuung von Kindern sowie älteren, kranken oder behinderten Personen).

5. Friseurdienste.

Die UEAPME, der Europäische Handwerks- und KMU-Verband, rechnet nach Einführung der Mehrwertsteuerreduktion europaweit mit bis zu 200.000 zusätzlichen Jobs. "Durch niedrigere Preise bleibt dem Konsument mehr Geld. Das steigert die Nachrage und damit die Produktion. Eine höhere Produktion braucht mehr Arbeitskräfte", zählt UEAPME-Vizepräsident Toifl auf.

Finanzminister Karl-Heinz Grasser ist aufgefordert, seine starre Haltung aufzugeben und "auf den fahrenden Zug für die österreichischen KMUs aufzuspringen", so Toifl abschließend. (us)

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