ÖGJ-Eder: Jugendarbeitslosigkeit und Lehrstellenkrise nach wie vor ungelöst!

Gesamtstand der Lehrlinge steigt zwar, aber großteils bei Ausbildungsmaßnahmen und nicht im Bereich der betrieblichen Ausbildung

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Neues Jahr, alte Lage: Trotz Blum-Projekt, trotz Arbeitsmarktoffensive waren im Jänner mehr arbeitslose Jugendliche und mehr Lehrstellen Suchende registriert als ein Jahr zuvor", kritisiert der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder. 49.940 Jugendliche waren Ende Jänner beim AMS als Arbeit suchend registriert (um 1.100 oder 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor), dazu kommen noch 21.197, die in Lehrgängen oder Schulungen untergebracht sind und ebenfalls Arbeit in einem Betrieb suchen. Somit waren im Jänner 71.137 Jugendliche auf der Suche nach Arbeit.++++

5.243 Menschen suchen eine Lehrstelle zum sofortigen Antritt - um 682 oder 15 Prozent mehr als Ende Jänner 2005. "Diese Zahlen entlarven die positive Interpretation der Lehrlingsstatistik 2005 durch Arbeitsminister Bartenstein als Jubelpropaganda. Das ‚Projekt 06’ von Regierungsbeauftragten Egon Blum war nicht ausreichend, um die Lehrstellenproblematik zu lösen", sagt Eder. Ein genauer Blick auf die Statistik zeigt: Der Gesamtstand an Lehrlingen ist zwar gestiegen, hauptsächlich aber im Bereich der JASG-Maßnahmen oder der überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen nach §30 BAG, und nicht im Bereich der betrieblichen Ausbildung.

"Jetzt hilft nur mehr ein Ausbildungsfonds, über den auch die Ausbildungsverweigerer unter den Unternehmen einen gerechten Anteil zur Finanzierung der Fachkräfteausbildung beitragen", fordert Eder. Außerdem sei aber eine gerechtere Verteilung der vorhandenen Arbeit notwendig: "Die Gewerkschaftsjugend fordert die Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich - für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, und natürlich auch für alle Lehrlinge", schließt der ÖGJ-Vorsitzende.(fk)

ÖGB, 2. Februar 2006
Nr. 65

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