Csörgits: Regierung muss aktive Beschäftigungspolitik betreiben

Frauenarbeitslosigkeit steigt und steigt

Wien (ÖGB) - "Die Regierung muss eine aktive Beschäftigungspolitik betreiben und mit dem Ausbau der Vereinbarkeit von Beruf und Familie verknüpfen", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits angesichts der heute veröffentlichten Arbeitsmarkdaten für den Jänner. Gegenüber Jänner 2005 ist die Gesamtarbeitslosigkeit um 3,4 Prozent gestiegen, bei den Frauen ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um 2,72 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt waren im Jänner - ohne Schulungsteilnehmerinnen - 111.512 Frauen als Arbeit suchend registriert. Rechnet man die Personen in Schulung dazu, waren im Jänner gar 138.417 Frauen als Arbeit suchend gemeldet.++++

"Die Regierung darf sich nicht auf den Qualifizierungsmaßnahmen ausruhen, die sie im Herbst - verspätet und nach langem Drängen des ÖGB - beschlossen hat", warnt Csörgits. Jetzt müssten Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze folgen, fordert die ÖGB-Frauenvorsitzende. Vordringlich sei der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. Csörgits: "Denn was nützt die Qualifizierung, wenn dann die Annahme einer Beschäftigung an der fehlenden Kinderbetreuung scheitert?" Zudem würde der Ausbau der Kinderbetreuung neue Arbeitsplätze schaffen. "Bund, Länder und Gemeinden müssen endlich Geld dafür bereit stellen. 90.000 Plätze sind teils neu zu schaffen, teils zu adaptieren", verlangt die ÖGB-Frauenvorsitzende und verweist darauf, dass auch die EU-Kommission das "Vorsitzland Österreich" erst vergangene Woche wieder wegen der großen Lücken beim Kinderbetreuungsangebot gerügt hat.
Zusätzlich fordern die ÖGB-Frauen eine flexiblere Gestaltung des Kindergeldes, um Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern.

Zur Ankurbelung der Wirtschaft fordert Csörgits eine Steuerreform. Kernpunkte dabei sind eine Lohnsteuersenkung für kleine und mittlere EinkommensbezieherInnen im Ausmaß von einer Milliarde Euro und die Verdoppelung der Negativsteuer von 110 auf 220 Euro pro Jahr. "Das würde vielen Frauen zugute kommen. Denn der Großteil derer, die derart niedrige Einkommen haben, dass sie keine Lohnsteuer zahlen und damit Negativsteuer beantragen können, sind weiblich. Darunter sind sehr viele Teilzeitbeschäftigte. Sie haben bei der angeblich größten Steuerreform aller Zeiten, derer sich die Regierung rühmt, keinen Cent Entlastung gesehen. Wir fordern eine Steuerreform, die auch den Frauen was bringt", so Csörgits abschließend.(mf)

SERVICE: Tipps, wie ArbeitnehmerInnen mit niedrigem Einkommen beim Finanzamt die Negativsteuer bekommen, finden Sie unter www.oegb.at, Rubrik "Steuertipps"

ÖGB, 2. Februar
2006
Nr. 63

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