Wissen Schifahrer und Snowboarder Bescheid?

Bei weitem nicht alle Wintersportler kennen sich in puncto Pistenregeln aus, stellte das KfV in einer Untersuchung fest. Mehr Aufklärungsarbeit ist daher unbedingt notwendig.

Wien (OTS) - In den bevorstehenden Semesterferien zieht es wieder tausende Wintersportler in luftige Höhen, um sich elegant oder rasant die Pisten hinunter zu schwingen. Unfälle stehen dabei leider an der Tagesordnung. Mit Schuld daran: Die Pistenregeln werden nicht von allen Schifahrern und Snowboardern beherrscht. "Bei hektischem Treiben auf den Pisten ist das Wissen darüber, wie man sich richtig verhält, besonders wichtig", betont Dr. Rupert Kisser, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (vormals Institut Sicher Leben). "Doch in einer Umfrage stellten wir fest, dass nicht alle Wintersportler über die zehn Pistenregeln Bescheid wissen."

Ahnungslosigkeit auf den Pisten?

Im Jahr 2004 verletzten sich etwa 49.900 Schifahrer und rund 18.800 Snowboarder auf Österreichs Pisten so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. In den letzten Jahren gab es einen leichten Anstieg an Unfällen aufgrund von Zusammenstößen. Fehlende Rücksichtnahme oder fehlendes Wissen? Das KfV befragte Wintersportler in mehreren Schigebieten Österreichs zu den Verhaltensregeln für Pistensportler. Die gute Nachricht: Zwar ist nur 23 Prozent der Befragten bewusst, dass es zehn verbindliche Pistenregeln der FIS gibt, aber was zu tun ist, ist im Wesentlichen bekannt. Durchschnittlich wussten 72 Prozent der Befragten wie man sich richtig verhält. Bei einzelnen Fragen kamen aber doch viele der Befragten ins Straucheln. So wusste nur etwa die Hälfte, was man bei Kuppen tut: Man soll keinesfalls unterhalb von Kuppen stehen bleiben und immer auf Sicht fahren. Besondere Ahnungslosigkeit herrschte auch beim Thema Überholen. Fast jeder zweite meinte, man müsse immer links überholen. Das ist jedoch eindeutig falsch: Überholen muss man immer mit genügend Abstand, und der Langsamere hat in jedem Fall Vorrang -ob links oder rechts ist dabei irrelevant. Dass man nicht in der Mitte der Piste auf- bzw. absteigen darf, sondern immer nur am Pistenrand, wusste leider mehr als ein Drittel der Befragten nicht. Ausgekannt haben sich die Hobbysportler jedoch, wenn es um das Thema Unfall ging: Hier war über 90 Prozent der Schneefans klar, dass man bei Unfällen Hilfe leisten und den Rettungsdienst alarmieren muss. Ähnlich gut war das Wissen zur Kontrolle vor dem Wegfahren: 85 Prozent wussten, dass sie vor dem Losfahren immer einen Blick nach oben werfen müssen.

Information: Sicherheit auf der Piste und im Gerichtssaal

Die meisten Schifahrer haben am Beginn ihrer "Karriere" einen Schikurs besucht - privat oder mit der Schule. Nur 27 Prozent der Hobbyfahrer wurden jedoch in den Kursen über Pistenregeln informiert. "Das Thema Pistenregeln in den Schischulen anzusprechen dient dazu, dass Schifahrer besser informiert sind, und hilft gleichzeitig, Verletzungsrisiken zu minimieren", meint Kisser. Das KfV unterstützt die Informationstätigkeit rund um die Pistenregeln in Form bewegter Comics, zu finden unter www.kfv.at/safer-snow-more-fun.
Die Pistenregeln zu kennen, fördert nicht nur die Sicherheit auf den Pisten, sondern ist auch für den unangenehmen Fall einer Gerichtsverhandlung nach einem Zusammenstoß hilfreich. Denn die zehn FIS-Regeln gelten vor Gericht als Maßstab und im Verhandlungsfall wird geprüft, wer welchen Grundsatz missachtet hat.

Hier nochmals zur Erinnerung die Pistenregeln:

1. Niemanden gefährden oder schädigen
2. Auf Sicht fahren, Geschwindigkeit und Fahrweise dem Können und den Verhältnissen anpassen
3. Fahrspur der vorderen Fahrer respektieren
4. Mit genügend Abstand überholen
5. Vor dem Anfahren und vor Schwüngen Hang aufwärts nach oben blicken 6. Nicht an unübersichtlichen Stellen und Engstellen anhalten
7. Auf- oder Abstieg nur am Pistenrand
8. Markierung und Zeichen (z.B. für Lawinengefahr) auf den Pisten beachten
9. Bei Unfällen Hilfe leisten und den Rettungsdienst alarmieren
10. Im Falle eines Unfalls gilt Ausweispflicht für Zeugen und Beteiligte

Außerdem empfiehlt das KfV zur eigenen Sicherheit:
11. Vor jeder Saison Kanten und Bindung überprüfen lassen
12. Schihelm verwenden
13. Während des Schitages auf Alkohol verzichten
14. Regelmäßig Pausen machen und große körperliche Ermüdung vermeiden 15. Immer unterhalb von stehenden Personen abschwingen

Wien, 2. Februar 2006

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Mag. Katharina Kaschel
Kuratorium für Verkehrssicherheit
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E-mail: katharina.kaschel@kfv.at
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