KOMMENTAR von Brigitte Burger: Überzeugen statt zwingen

Klagenfurt (OTS) - Mit Sanktionen will Verkehrsreferent Gerhard Dörfler die Kärntner zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zwingen. Für jene, die auf dem Weg zur Arbeit weniger als 20 Kilometer zurücklegen, soll es die Pendlerpauschale künftig nur noch geben, wenn sie ein Öffi benutzen, so sein auf breiten Widerstand treffender Vorstoß.

Nichts gegen die Intention, die verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu fördern - doch der Weg dahin führt nicht über Zwang. Die beste Überzeugungsarbeit leistet ein funktionierendes öffentliches Verkehrswesen ganz für sich allein, das sieht man am Beispiel der Schweiz. Hierzulande geht die Entwicklung leider in eine andere Richtung. Busverbindungen und Nebenbahnen werden eingestellt, der Taktfahrplan ist schon lange aus dem Takt geraten, nächtens besteht die einzige Chance, das Zuhause wiederzusehen, in der Nutzung des eigenen Pkw.

Solange die Vorleistung, ein funktionierendes öffentliches Verkehrswesen, nicht erbracht ist, wäre die den "Öffi-Unwilligen" angedachte Streichung der Pendlerpauschale, die die rasant gestiegenen Autokosten überdies nicht einmal annähernd abdeckt, lediglich ein weiterer Anschlag auf die Brieftaschen der Kärntner, die ohnehin am unteren Ende der Einkommensskala aller Bundesländer rangieren.

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