4. Februar ist Weltkrebstag: Österreich im EU-Vergleich Spitzenreiter bei Krebs-Heilungsraten

Wien (OTS) - Während die WHO einen Anstieg der Krebstodesfälle von 10,9 Millionen weltweit im Jahr 2002 auf rund 16 Millionen im Jahr 2020 prognostiziert, erwartet man in Österreich einen weiteren Rückgang der Sterberate. Mediziner führen die höhere Heilungsrate in Österreich auf vermehrte Vorsorgeuntersuchungen und die hervorragende medizinische Versorgung zurück. Die Österreichische Krebshilfe, Kinder-Krebs-Hilfe und das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen appellieren daher, rechtzeitig Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen.

Im Jahr 2002 lebten weltweit 24,6 Millionen Menschen mit der Diagnose Krebs, 6,7 Millionen Menschen sterben jährlich daran - das sind 12,5 % aller Todesfälle. Krebs fordert somit weltweit jährlich mehr Tote, als HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria zusammen. Eine Verringerung dieser Zahl ist nicht in Sicht: Experten prognostizieren einen weltweiten Anstieg der Neuerkrankungen von rund 50 % innerhalb der nächsten 15 Jahre. Von insgesamt 10,9 Millionen weltweit (2002) auf 16 Millionen im Jahr 2020. (Quelle: WHO, UICC).

In Europa zeigt sich ein ähnliches Bild: 2004 erkrankten 2,9 Millionen Menschen an Krebs, rund 1,7 Millionen starben daran. Lungen- und Darmkrebs spielten dabei die wichtigste Rolle: 13,2 % der Neuerkrankungen und 20 % der Todesfälle betrafen Lungenkrebs, auf Darmkrebs fielen 13 % der Neuerkrankungen und 11,9 % der Todesfälle. (Quelle: WHO, IARC).

Österreich liegt bei den Neuerkrankungen knapp über und bei der Sterberate unter dem EU-Durchschnitt: Im Jahr 2002 starben rd. 20.000 Menschen an Krebs, rund 35.000 erkrankten daran. Der Rückgang der Sterberate ist auf die höhere Heilungsrate zurückzuführen. Der "Killer Nr. 1" bei beiden Geschlechtern ist eindeutig Darmkrebs. Die häufigsten Krebsarten bei Männern sind Prostata-, Lungenkrebs und Darmkrebs bei Männern, bei Frauen Brust-, Darmkrebs und Lungenkrebs. (Quelle: ÖSTAT).

"Krebs ist ein weltweites Gesundheitsproblem," erklärt Krebshilfe Präsident Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda. "Bei allem medizinischen Erfolg der Therapie und Betreuung - ein Großteil der Krebserkrankungen könnte durch ein besseres Vorsorgebewusstsein überhaupt vermieden werden."

Bessere Heilungsraten aufgrund Früherkennung und hervorragender medizinischer Betreuung

Österreich verzeichnet einen Rückgang an Krebstodesfälle: Starben 1998 noch rund 27.000 Menschen an Krebs, so waren es im Jahr 2002 nur mehr rund 20.000. Das ist auf die hervorragende medizinische Betreuung aber auch auf die verstärkten Krebshilfe-Aufrufe zu mehr Vorsorgeuntersuchungen zurückzuführen; dadurch können etwaige Erkrankungen früher erkannt und therapiert werden.

Die modernen und öffentlichkeitswirksamen Krebshilfe-Appelle blieben nicht ungehört: Erstmals ist in Österreich ein rund 20%iges Ansteigen an Früherkennungsuntersuchungen auf 1 Million zu verzeichnen. Trotzdem sind Herr und Frau Österreicher eher "Vorsorgemuffel": Nur vier Prozent der Österreicher nehmen das Angebot an Früherkennungsuntersuchungen wahr. "Wir werden daher weiter aufrufen und erinnern," so Sevelda, "bis es für die Menschen selbstverständlich ist, dass Vorsorge genauso ein "Pflichttermin" ist wie sein Auto zum "Pickerl" zu stellen."

Denn durch Krebsvorsorge könnte rund die Hälfte der Krebserkrankungen vermieden, durch konsequente Früherkennung viele Erkrankungen in einem sehr gut heilbaren Frühstadium entdeckt werden. Modernste medizinische Geräte, Erfahrung und Wissen der Mediziner sowie neueste Behandlungsmethoden stehen dafür jedem Österreicher uneingeschränkt zur Verfügung.

"Für die Österreichische Krebshilfe ist der Zugang zu all diesen Errungenschaften ein Grundrecht jedes Menschen, das es mit aller Kraft zu erhalten gilt," erklärt Präsident Sevelda. "Die Österreichische Krebshilfe war, ist und wird immer ein Garant dafür sein, dass onkologischen Patienten in Österreich die bestmögliche Versorgung zukommt."

Tabakkonsum und falsche Ernährung als wichtigste Krebsursache

Zigarettenkonsum und falsche Ernährung sind neben genetischen Faktoren die wichtigsten Krebsursachen weltweit. Vor allem Raucherinnen leben gefährlich. Die krebserregenden Substanzen im Zigarettenrauch, wirken bei Frauen stärker als bei Männern. Frauen haben daher ein höheres Risiko für eine Lungenkrebs-Erkrankung als Männer: Seit 1950 verzeichnet man eine 600 %ige Steigerung bei weiblichen Lungenkrebstodesfällen.

Auch die Körperfülle ist entscheidend bei Krebserkrankungen: Ein hoher Body-Mass-Index steht mit signifikant höheren Sterberaten für Krebserkrankungen der Verdauungsorgane in engem Zusammenhang. Ein erhöhtes Risiko wurde auch für Krebserkrankungen von Brust, Gebärmutter und Eierstock und auch der Prostata festgestellt. Forscher errechneten, dass Fettleibigkeit und Übergewicht für 14 % aller Krebstodesfälle bei Männern und 20 % bei Frauen verantwortlich gemacht werden können.

"Im Mittelpunkt unserer Aufklärungskampagnen steht daher neben dem Aufruf zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen auch immer der Appell an einen gesunden Lebensstil. Gesünder Essen, nicht Rauchen, regelmäßige Bewegung und das Vorsorgeangebot nutzen - das ist unser Credo," so Sevelda.

Bundesministerin Maria Rauch-Kallat unterstreicht diese Forderung:
"Um einer Krebserkrankung frühzeitig vorzubeugen, kann man im Rahmen seiner persönlichen Gesundheitsvorsorge viel dazu beitragen. Eine ausgewogene, ballaststoffreichen Ernährung - Vollkornprodukte, viel Obst und Gemüse - sowie die Vermeidung von Übergewicht durch tägliche Bewegung können das Risiko senken. Begleitend sollten die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen werden. Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen hat dafür den Gesundheitspass entwickelt."

Weltkrebstag 2006: Kinder und Krebs

Der diesjährige Weltkrebstag steht ganz im Zeichen von krebskranken Kindern. Weltweit wird jährlich bei 160.000 Kindern Krebs diagnostiziert, noch nicht berücksichtigt ist dabei die Dunkelziffer in den Entwicklungsländern. Denn anders als bei den Erwachsenen leben 80 % der krebskranken Kinder in den Entwicklungsländern. Die WHO schätzt diese Dunkelziffer auf 90.000. Das bedeutet weltweit eine jährliche Inzidenz von 250.000 Kindern unter 16 Jahren.

In den Industrienationen überleben 75 % der betroffenen Kinder und Jugendlichen aufgrund der rechtzeitigen Diagnose und der guten Behandlungsmöglichkeiten. In den Entwicklungsländern sterben ca. 80 % der betroffenen Kinder und Jugendlichen an Krebs, da die Erkrankung selbst oft nicht einmal diagnostiziert wird bzw. das Geld für eine angemessene Behandlung fehlt.

"Nicht nur anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar, sondern auch am Internationalen Kinderkrebstag am 15. Februar möchten wir die Öffentlichkeit auf diesen Umstand aufmerksam machen und informieren," erläutert die Geschäftsführerin der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe, Anita Kienesberger.

Die jährlich 200 - 250 neu erkrankten Kinder und Jugendlichen in Österreich verfügen über gute Behandlungsmöglichkeiten und Betreuungseinrichtungen. Die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe ist dabei nicht nur für die betroffenen Familien ein wichtiger Ansprechpartner, sondern auch ein wichtiger Lobbyist. Auf nationaler Ebene fordert sie das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Rehabilitation und die Übernahme der Rehabilitationskosten durch die Sozialversicherungsträger ein.

Österreichische Krebshilfe Präsident: Univ. Prof. Dr. Paul Sevelda Geschäftsführung: Doris Kiefhaber Wolfengasse 4, 1010 Wien, Tel.: 7966450, Fax: 01/7966450-9 kiefhaber@krebshilfe.net , www.krebshilfe.net Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe Präsident: Dr. Martin Bartenstein Geschäftsführung: Anita Kienesberger Borschkegasse 1/7, 1090 Wien Tel.: 01/402 88 99, Fax: 01/402 88 99/10 dachverband@kinderkrebshilfe.at , www.kinderkrebshilfe.at Bundesministerium für Gesundheit und Frauen Anforderung des Gesundheitspasses unter broschuerenservice.bmgf@bmgf.gv.at bzw. Tel.: 01/71100 4700

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Löwe und Partner, Mag. Martina Löwe
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