"Ferienzeiten, Visa und Arbeitskräfte - drei wichtige Herausforderungen für Europa"

Schenner: "Europäischer Tourismus braucht bessere Koordination und gemeinsame Initiativen" - Sprecher der Tourismuswirtschaft auf internationaler atb-Pressekonferenz

Wien (PWK045) - 500 österreichische Tourismusunternehmen, rund 1.000 interessierte Einkäufer aus mehr als 50 Ländern und 150 Journalisten aus aller Welt bestimmten das Bild der "austrian travel business" (atb), die von 29. bis 31. Jänner im neu gestalteten Wiener Messezentrum über die Bühne ging. Die größte touristische Fachmesse Österreichs - zugleich eine der wichtigsten Touristik-Fachbörsen Europas - stand diesmal unter dem Schwerpunktthema "Mozart 2006". Eine erste Bilanz der Veranstaltung sowie eine Vorschau auf touristische Schwerpunkte des Jahres 2006 waren heute, Dienstag, Thema einer internationalen Pressekonferenz von Österreich Werbung (ÖW), Wirtschaftsministerium, Wien Tourismus und Wirtschaftskammer Österreich im Strauß Saal des neuen Messe-Kongresszentrums.

Der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ, Komm.Rat Hans Schenner, hob in seinem Statement die großen Chancen hervor, die sich durch diesen Wirtschaftsbereich für gesamt Europa eröffnen. Denn als Gebiet mit der größten Vielfalt und Dichte an touristischen Anziehungspunkten ist Europa die meistbesuchte Tourismusregion der Welt. Trotz der bisherigen Erfolgsgeschichte gibt es allerdings, so Schenner, einige besondere Herausforderungen, "die wir Europäer nur gemeinsam lösen können".

Eines der Hauptprobleme ist nach den Worten Schenners die Konzentration auf begrenzte (Jahres)zeiten. Dies führt zu unbefriedigenden Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen mit negativen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, aber auch zu einer Überbeanspruchung der Verkehrswege und der touristischen Infrastruktur. "Daher fordere ich die EU neuerlich auf, eine Koordination der Ferienzeiten in die Hand zu nehmen". Innerösterreichisch zeichnen sich dank einer Initiative der Wirtschaftskammer bereits erste Erfolge ab. Oberstes Ziel bleibt allerdings eine vorausschauende europaweite Koordination von "Ferienkorridoren" durch die Länder der Europäischen Union. Diese brennende Frage werde übrigens, wie Schenner ankündigte, auch Thema bei der vom 19. bis 21 März in der Wiener Hofburg stattfindenden EU-Tourismusministerkonferenz sein.

Ein zweites drängendes Problem sind Einreisebestimmungen und Visa-Angelegenheiten. Um Marktanteile im Welttourismus zu halten und die EU als Reiseziel noch attraktiver zu machen, sei es notwendig, das Vorgehen der EU-Länder besser zu koordinieren. Schenner: "Es darf nicht sein, dass unterschiedliche Einreisebedingungen und Sicherheitsstandards zu einem Wettlauf der einzelnen EU-Staaten führen, der letztlich auf dem Rücken der Reisebüros und Verkehrsträger ausgetragen wird".

Die dritte Herausforderung, der sich die europäischen Staaten gemeinsam stellen müssen, ist der Mangel an geeigneten Arbeitskräften für bestimmte Funktionen und Qualifikationen. "Gemeinsam müssen wir uns darum bemühen, das Image der Dienstleistungserbringung zu stärken. Dazu gehört der Hinweis auf die Chancen und Arbeitsplatzsicherheit, die eine Tätigkeit im Tourismus mit sich bringt. Internationale Karrieren sind keine Seltenheit. Auch für die innovative Angebotsentwicklung auf betrieblicher Ebene brauchen wir phantasievolle Menschen, die über den eigenen Tellerrand und regionale Grenzen blicken".

Der europäische Tourismus, seine Unternehmen und Destinationen, haben wichtige Herausforderungen zu bewältigen, fasste Schenner zusammen: "Wir haben ausgezeichnete Grundlagen. Es gilt, diese bestmöglich im Interesse aller Mitgliedsstaaten zu nutzen". (hp)

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