KOMMENTAR von Claudia Grabner: Ausgesparte Politik

Klagenfurt (OTS) - Die Politik hat schon einmal bessere Zeiten erlebt. Seriösere Zeiten. Zeiten, da Politik das gemacht hat, was man sich von ihr erwarten konnte: Arbeit für das Volk. Heute arbeitet die Politik für sich. Und ihren Machterhalt. Womit ihre Devise lauten muss: Thematisiert wird die Nebensache. Die trifft zwar die Emotionen (Tempo 160, Zigarettenpreis, Mütterpension und Ortstafeln), an existenziellen Notwendigkeiten schrammt sie aber kerzengerade vorbei.

Wann wurden zuletzt - ernsthaft, verantwortungsbewusst - die hunderttausenden Arbeitslosen zum Thema der Politik gemacht? Wann das Drama Jugendbeschäftigung? Wann die Familienpolitik, für die uns Europa bemitleidet? Wann das finanziell schwerst erkrankte Gesundheitssystem? Wann die Bildungspolitik, die ihre Glanzzeiten schon lange hinter sich gelassen hat?

Die Antwort ist nicht so sehr bescheiden, wie sie beschämend ist:
Breiten wir über Peinlichkeiten a la runde Tische mit dem Charakter nett inszenierter Kaffeekränzchen den Mantel des Schweigens, muss sich Österreich eingestehen - die Politik hat die POLITIK ausgespart. Und stattdessen die Randbemerkung zur Politik gemacht. Das Highlight dieser Woche? Das Treffen der Erzfeinde Jörg Haider und Heinz-Christian Strache auf der BZÖ-Redoute ...

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