HGPD: Verwirrende Erläuterungen zum Dienstleistungsscheck

Kranken- und Altenbetreuung gehört nicht zu den mit DLS bezahlbaren Tätigkeiten

Wien (HGPD/ÖGB) - "Uns wurde immer wieder versichert, dass die Kranken- und Altenbetreuung vom Dienstleistungsscheck ausgenommen ist", erklärt Michaela Guglberger, Sektionssekretärin für soziale Dienste in der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD). "Jetzt müssen wir in der DLS-Infobroschüre auf der Homepage des Ministeriums unter dem Punkt Mindeststundenlöhne in der Tabelle die Stundenlöhne für Kranken- und Altenbetreuung entdecken." Dies sind nach Ansicht der Gewerkschaft Dienstleistungen, für die spezielle Kenntnisse und eine Ausbildung notwendig seien.++++

"Seit Jahren kämpfen wir für eine Qualifizierung zur Kranken- und Altenbetreuung. Auch bei einfachen Tätigkeiten wie Körperpflege und Anziehen muss gerade bei kranken und alten Menschen auf viele Dinge Rücksicht genommen werden", ergänzt Guglberger: "Mit der neuen Artikel-15a-Vereinbarung über Sozialbetreuungsberufe sind wir einheitlichen Ausbildungskriterien und einer einheitliche Ausbildungsdauer in allen Bundesländern einen guten Schritt näher gekommen."

Alten- und Krankenbetreuung erfordere spezielle Kenntnisse und könne nicht von unqualifizierten Personen ausgeübt werden. (z.B. Erste Hilfe, Kennen von Krankheitsbildern, Umgang mit kranken bzw. alten Personen, Einschätzen und Beobachten des Gesundheitszustandes). Die im Folder angeführten Tätigkeiten überschreiten bei weitem die Tätigkeitsbereiche des Dienstleistungsscheckgesetzes. Unterstützung bei der Körperpflege oder beim Ankleiden deckt persönliche physische Bedürfnisse ab und ist daher keine haushaltstypische Dienstleistung.

Die von der Gewerkschaft HGPD vertretene, ausgebildete und qualifizierte Berufsgruppe der HeimhelferInnen erbringt diese persönlichen Dienstleistungen im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses. Guglberger: "Wir befürchten nun, dass das jahrelange Bestreben eine Qualitätssicherung für Betreuungsdienstleistungen zu etablieren, durch missbräuchliche Interpretation des Dienstleistungsscheckgesetzes untergraben wird. Mindeststandards könnten so aufgeweicht werden und qualifiziertes Personal durch nicht ausgebildete Personen ersetzt werden. Wertvolle Arbeitsplätze - vor allem für Frauen - würden vernichtet werden." (kk)

ÖGB, 30. Jänner
2006
Nr. 56

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