Kuntzl: Deutsche Familienministerin ist Rauch-Kallat in puncto fortschrittlicher Familienpolitik um Längen voraus

Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen muss Priorität haben

Wien (SK) - "Gratis-Kindergärten und finanzielle Förderung einer kürzeren Karenzierung: Mit so manchen ihrer Ideen und Vorhaben ist die deutsche CDU-Familienministerin von der Leyen ihrer österreichischen Amtskollegin Rauch-Kallat in puncto fortschrittlicher Familienpolitik um Längen voraus", betonte SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Mit dem ab 2007 für Deutschland beschlossenen Elterngeld sollen Frauen, die nur kurz aus dem Beruf aussteigen wollen, bis zu 67 Prozent des Nettogehalts erhalten; nach oben ist es gedeckelt und auf ein Jahr begrenzt. "Die lange Karenzzeit ist - das besagen alle Untersuchungen - der Hauptgrund für schlechtere Jobs nach der Babypause, für die hohe Zahl an Frauen, die ungewollt teilzeitbeschäftigt sind, für mangelnde Karrieremöglichkeiten und das Auseinanderklaffen der Einkommensschere", betonte Kuntzl. Eine finanzielle Förderung einer kürzeren Karenzzeit sei daher sinnvoll und wird von den skandinavischen Ländern erfolgreich praktiziert. "In Österreich geht man leider den gegenteiligen Weg. Hier wird ausschließlich eine möglichst lange Karenzzeit gefördert. Wer früher Vollzeit arbeiten geht, fällt - wegen der Zuverdienstgrenze - um das Kindergeld um."

Die SPÖ hat zu diesem Thema das Modell "Kindergeld Plus" vorgestellt. "Durch eine Flexibilisierung soll es möglich werden, das Kindergeld kürzer, dafür aber monatlich mit einem höheren Betrag in Anspruch zu nehmen", so Kuntzl. Dies würde Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf deutlich erleichtern und auch eine Babypause für die Väter attraktiver machen. "Das Gebot der Stunde aber ist, wirklich in Kinderbetreuungseinrichtungen zu investieren. Denn was nützt es, über eine steuerliche Absetzbarkeit zu diskutieren, wenn die Betreuungsplätze gar nicht vorhanden sind?", so Kuntzl, die einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz fordert. "Und zwar auf einen leistbaren Betreuungsplatz, sozial gestaffelt, wie das beispielsweise in Wien der Fall ist." Die SPÖ hat auch dazu ein fertiges Konzept auf den Tisch gelegt. "Das 'Clever Kids'-Programm liegt im Parlament, die Regierung muss es nur umsetzen", so Kuntzl abschließend. (Schluss) up

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