Ultrafeinstaub PM 2,5: Greenpeace fordert österreichweites Alarmsystem

Wien (OTS) - Im Rahmen einer Pressekonferenz fordert Greenpeace heute die Einführung eines Feinstaub-Warngesetzes nach Vorbild des Ozon-Warngesetzes. Besonders kritisiert die Umweltorganisation das Fehlen jeglicher Grenzwerte und Alarmstufen für PM 2,5-Partikel sowie die für Verkehrsminister Hubert Gorbach neu geschaffene Veto-Möglichkeit gegen sämtliche Feinstaub-Schutzmaßnahmen.

Univ.-Prof. Manfred Neuberger vom Institut für Umwelthygiene an der Universität Wien hob die Gefährlichkeit des besonders kleinen Ultrafeinstaubes PM 2,5 (kleiner als 1/400mm pro Staubkorn) hervor. Diese Kleinstpartikel sind besonders krebserregend und lösen nur wenige Stunden oder Tage nach Grenzwert-Überschreitungen vermehrt Krankenhaus-Einweisungen infolge von Atemwegs- und Herz-Erkrankungen aus. "Der Großteil aller Gesundheitsfolgen durch Feinstaub-Belastung ist auf die ultrafeinen Staubpartikel zurückzuführen, die vorwiegend aus Verbrennungsprozessen stammen, wie sie bei Dieselmotoren üblich sind", betont Feinstaub-Experte Neuberger.

In den letzten Wochen zeigten sowohl das offizielle Messnetz wie auch Messungen von Greenpeace dramatisch hohe Grenzwert-Überschreitungen bei Feinstaub PM 10 und, wo von Aktivisten der Umweltorganisation gemessen, auch bei Ultrafeinstaub PM 2,5. "Die österreichische Bevölkerung hat derzeit keine Chance, rechtzeitig von der Feinstaub-Belastung vor ihrer Tür zu erfahren", reklamiert Greenpeace-Verkehrsexperte Jurrien Westerhof ein funktionierendes Feinstaub-Warnsystem nach Vorbild des Ozongesetzes.

Einig sind sich Univ.-Prof. Neuberger und Greenpeace auch darin, Feinstaubfilter an Kraftfahrzeugen und nicht erst als Masken im Gesicht aller potenziellen Feinstaub-Opfer anzubringen. Weiters sollen nach Grenzwert-Überschreitungen selektive Fahrverbote für die größten Feinstaub-Emittenten dazu führen, dass Risikogruppen wie Herz- und Lungenkranke, Kinder sowie ältere Menschen nicht den Straßen fern bleiben müssen (in Graz bereits in Planung).

Greenpeace-Sprecher Erwin Mayer fasst die Forderungen der Umweltorganisation für ein neues Immissionsschutz-Gesetz (IG) Luft abschließend in einem Satz zusammen: "Im IG Luft müssen endlich Grenzwerte für Ultrafeinstaub verankert werden, ob das Verkehrsrowdy Gorbach nun passt oder nicht."

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Attila Cerman, Greenpeace CEE, Tel.: 0664-3435354
Mag. Erwin Mayer, Greenpeace CEE, Tel.: 0664-2700441
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace CEE, Tel.: 0664-6126701

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