Strache: Sicherheitsskandal Saliera - FPÖ unterstützt Erwin Plank

Seipel und Gehrer sind rücktrittsreif - ÖVP trägt politische Verantwortung

Wien (OTS) - In einer Pressekonferenz, die er gemeinsam mit dem ehemaligen KHM-Wachmann Erwin Plank abhielt, nahm FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache heute zum Sicherheitsskandal Saliera Stellung.

Strache sprach von einem Megaskandal. Für den Chaoszustand im Kunsthistorischen Museum machte er Direktor Seipel verantwortlich. Allein vom 1. bis 11. Mai 2003 habe es mehr als 130 Fehlalarme gegeben, wie aus dem Strafakt hervorgehe. Die Security-Leute seien primär darauf trainiert worden, den Alarm rasch abzustellen. Im Fall Plank habe sich Seipel vor einer gerichtlichen Objektivierung gedrückt. Deshalb sei Plank nicht fristlos entlassen, sondern gekündigt und dienstfrei gestellt worden. Ebenso sei die Leistungsverweigerung der Versicherung nicht eingeklagt worden, weil diese sonst eingewendet hätte, daß es schwere Obliegenheitsverletzungen seitens der Museumsdirektion gegeben hätte. Auch der verantwortliche Security-Chef sei nicht gefeuert worden.

"Plank selbst wurde 18 Monate lang der Täterschaft verdächtigt, obwohl er bereits im Juli 2003 entlastet worden ist", empörte sich Strache. Dies zeige den "menschlichen" Charakter Seipels, der sich wie das gesamte System an Plank abgeputzt habe.

Strache forderte eine unverzügliche Rehabilitierung Planks. Die FPÖ werde auch dessen Privatbeteiligung beim Strafverfahren gegen den Saliera-Dieb unterstützen. Plank müsse eine Entschädigung für diese "Hinrichtung" bekommen, an der auch seine Ehe zerbrochen sei.

"Im Prinzip ist von einer schweren dienstlichen Verfehlung der Museumsleitung zu sprechen", führte Strache weiter aus. Plank sei das Bauernopfer gewesen, nach dem Motto "Die Kleinen läßt man hängen, die Großen läßt man laufen".

Als interessant bezeichnete es Strache auch, daß der Sicherheitschef des KHM, Univ.Prof. Dr. Günther Dembski, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Sicherheit von ICOM und Präsident von ICOM Österreich (International Council of Museums = Internationaler Museumsrat), der als international anerkannter Sicherheitsexperte gelte, trotz seines Renommees von Seipel als Sicherheitschef abgesetzt worden sei, und zwar just einige Wochen vor dem Saliera-Raub. Er sei allerdings weiterhin für das KHM, in einem anderen Bereich, tätig. Die Vermutung liege nahe, daß Dembski erhöhte Sicherheitsvorkehrungen verlangt und damit "gedroht" habe, er werde von seinem Recht als Sicherheitschef des KHM Gebrauch machen, der Bundesministerin von den Sicherheitsmängeln zu berichten. Wahrscheinlich waren auch die Baugerüste als ein entscheidender Gefahrenfaktor genannt worden. Daraufhin könnte es zu einem Streit gekommen sein, und Seipel habe Dembski als Sicherheitschef abgesetzt. Der Sicherheitschef, unter dessen Ägide die Saliera gestohlen worden sei, befinde sich aber immer noch in Amt und Würden.

Sowohl Minister Gehrer als auch Seipel sind laut Strache rücktrittsreif. "Was würde passieren, wenn dem Direktor des Louvre die Mona Lisa abhanden kommt?", fragte der FPÖ-Chef. "Die Franzosen würden ihn mit nassen Fetzen aus dem Land jagen." Aber solange Herr Seipel auf dem Schoß von Frau Gehrer sitze, kann ihm in Österreich offenbar nichts passieren. Und Schüssel mache beiden die Mauer. Überhaupt liege die politische Verantwortung bei der ÖVP, denn von Gehrer über Seipel bis zur Uniqua-Versicherung trage alles schwarze Handschrift.

Das könne nicht mehr länger hingenommen werden, betonte Strache. "Die Kulturgüter unserer Museen sind zu wertvoll, um sie irgendwelchen Hasardeuren anzuvertrauen." Seipel habe mit der ganzen Affäre Österreich in der ganzen Welt lächerlich gemacht. Er sei nicht mehr länger tragbar.

Erwin Plank berichtete, daß er 1999 als Wachmann im KHM begonnen habe und dieses immer sehr zufrieden gewesen sei mit ihm. 2003 sei der Sicherheitsbereich aber immer schlechter geworden. Die Fehlalarme hätten sich gehäuft. Dies sei auch im Nachtdienstbuch festgehalten worden. Es sei von der Direktion aber nichts unternommen worden. Das Sicherheitspersonal habe versucht, dies zu ändern, und jeden Mangel aufgeschrieben, es sei aber nichts gemacht worden. Bei jeder anderen Firma, wo er tätig gewesen sei, wäre spätestens nach dem zweiten Fehlalarm sofort der Techniker gerufen worden. Er selbst, erklärte Plank, habe durch die Affäre alles verloren.

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