Brustkrebs: Sozialdemokratinnen fordern flächendeckendes Mammografie-Screening

Für 1,25 Euro pro BürgerIn ist Mammo-Screening zu realisieren

Wien (SK) - Gezieltes Screening von hoher Qualität bei Geräten und Personal sowie die Betreuung in Brustkrebszentren könnte zu durchschnittlichen Brustkrebs-Heilungschancen von 90 Prozent führen, prognostizierte die SPD-Europaabgeordnete und Brustkrebs-Berichterstatterin des Europäischen Parlaments, Karin Jöns. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der SPÖ-Europaabgeordneten Karin Scheele, SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek und der ÖGB-Frauensprecherin Renate Csörgits forderten die Sozialdemokratinnen flächendeckende Mammografie-Screenings als das wesentliche Element der Brustkrebs-Vorsorge. "Ich sehe es als Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass es zu solchen Screenings kommt", erklärte Scheele das Engagement. Derzeit werden auf europäischer Ebene Leitlinien zum Brustkrebs-Screening und zur Brustkrebsvorsorge erarbeitet. ****

Das Um und Auf für die Überlebenschancen bei Brustkrebs - wie bei Krebs im Allgemeinen - ist die Früherkennung. Allerdings gibt es in Österreich große regionale Unterschiede, auch was die Häufigkeit der Brustamputationen betrifft. In Österreich gibt es zwar 600.000 Mammografie-Untersuchungen im Jahr, aber kein organisiertes Screening. Wesentlich für ein erfolgreiches Screening ist die hohe Qualitätssicherung von Geräten, Personal sowie "Doppel- und manchmal sogar Dreifachbefundungen", betonte Jöns. Kombiniert werden müssen die Screenings mit Brustzentren, die auf die Vor- und Nachbehandlung bei Brustkrebsoperationen spezialisiert sind und mit eigens ausgebildeten Brustschwestern arbeiten. "Wir wissen, dass Frauen, die in diesen Zentren behandelt werden, größere Heilungschancen haben." Jöns schätzt, dass für 1,25 Euro pro Bürger ein flächendeckender Aufbau von Brustkrebs-Screening in Österreich möglich ist. "Screening zum ersten Mal aufzubauen heißt: Pro Bürger müsste man für die reine technische Einrichtung einen Euro einmalig rechnen. Plus noch einmal 25 Cent, was die Schulung des gesamten medizinischen Personals bedeuten würde. Das sind Zahlen, die von den europäischen Experten hochgerechnet wurden, ausgehend von Deutschland."

"Die Kampagne 'Frau braucht Zeit und Raum' kostet in der Erstphase 370.000 Euro. Und das südburgenländische Projekt in Güssing, das das erste Pilotprojekt in diese Richtung in Österreich zum Mammographie-Screening ist, hat gerade einmal 70.000 Euro bekommen. Das heißt, mit dem Geld der Kampagne könnte man in vielen Bundesländern Pilotprojekte einsetzen", kritisierte Heinisch-Hosek.

Csörgits fordert rasche Schritte und Maßnahmen zu setzen, um die EU-Leitlinien umzusetzen. Weiters regte Csörgits an, dass Studien über den Zusammenhang zwischen Brustkrebs und arbeitsplatzbedingten Stress in Auftrag gegeben werden sollten, um präventive Maßnahmen setzen zu können.

Heinisch-Hosek: Rauch-Kallat auch bei Problem der Zwangsverheiratung und der Einkommensschere gefordert

Weiters forderte Heinisch-Hosek von Frauenministerin Rauch-Kallat eine Information über die geplanten Schritte bezüglich des Problems der Zwangsverheiratung von zumeist minderjährigen Kindern von MigrantInnen und bedauert, dass diese jungen Frauen keinen eigenen Aufenthaltstitel in Österreich haben.

Bezüglich der Einkommensschere erinnerte Heinisch-Hosek daran, dass während der österreichischen EU-Präsidentschaft unter SPÖ-Regierung bereits zu Beginn der Präsidentschaft eine internationale Studie zu Chancengleichheit und Beschäftigung vorlag. "Und Rauch-Kallat will erst damit beginnen, Daten zu sammeln." (Schluss) up

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