Grüne Wien: Erfolgreiche Drogetherapie-Methode darf nicht eingeschränkt werden

Cammerlander: Erlass des Gesundheitsministeriums muss zurückgenommen werden

Wien (OTS) - "Der Erlass des Gesundheitsministeriums ist ein schwerer Schlag gegen den erfolgreichen österreichischen Weg der Substitutionsbehandlung", sagt Heidi Cammerlander, Landtagsabgeordnete der Grünen Wien. In dem Entwurf soll die Substitionsbehandlung für Drogenabhängige eingeschränkt werden, was die Reintegration suchtkranker Menschen behindern würde. "Die österreichische Substitutionsbehandlung genießt hohes internationales Ansehen. Von ca. 10.000 schwer suchtkranken Menschen in Wien befinden sich rund 5.500 in der Substitutionsbehandlung, und das mit großem Erfolg", betont Cammerlander.

Die Substitutionstherapie ist eine wichtige Säule des Angebotes für suchtkranke Menschen. Vor allem für jene schwer opiat-abhängigen Menschen, die keinen Entzug machen können stellt die Substitutionstherapie eine Möglichkeit da, mit der Sucht leben zu können - viele tun das sehr gut, stabil und lange. Die Substitution bedeutet für diese Menschen den ersten Schritt zurück in ein normales Leben, inklusive Job und sozialer Sicherheit, sowie auch die Unabhängigkeit von Schwarzmarkt und Beschaffungsdruck. Aus gutem Grund ist die österreichische Suchttherapie deshalb in den letzen Jahren dazu übergegangen, den Zugang zur Substitution möglich leicht zu gestalten und den betreuenden Ärzten eine möglichst breite Palette an Behandlungsmöglichkeiten in die Hand zu geben.

Die Verordnung, die das Gesundheitsministerium jetzt plant, sieht massive Einschränkungen in die Behandlung suchtkranker Menschen vor, die viele ExpertInnen aus der Praxis Anlass zu großer Sorge geben. Cammerlander betrachtet den Entwurf als unnötige und gefährliche Einmischung von PolitikerInnen in Bereiche, die bisher mit Fug und Recht den Entscheidungen der MedizinerInnen überlassen wurden, die dafür ausgebildet sind. Deshalb plädiert Cammerlander auch für einen vollständigen Rückzug der Vorschläge:"Sollten diese Restriktion Wirklichkeit werden, dann wird Österreich wieder in die suchtpolitische Steinzeit zurückkatapultiert", sagt Cammerlander und fordert darüber hinaus, eineAusweitung der Präventionsangebote und Einführung einer Grundsicherung mit freiem Zugang zu Bildung und Beratung und ein Auftreten der Politik gegen die Stigmatisierung von suchtkranken Menschen.

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