Pirklhuber: Ländliche Entwicklung: Massive Lücken im nationalen Strategieplan

Grüne: Sicherung der Gentechnikfreiheit fehlt

Wien (OTS) - Als "grüne Landkarte mit weißen Flecken" bezeichnet der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber, den gestern vorgelegten Entwurf für den Nationalen Strategieplan für die Entwicklung des ländlichen Raums 2007-2013. "Es fehlen überprüfbare Zielvorgaben für die Erhaltung der kleinstrukturierten Betriebe, der bäuerlichen Arbeitsplätze und der biologischen Vielfalt. Bei den heiklen Punkten Gentechnik, der Verbesserung der Situation für die Frauen im ländlichen Raum, der biologischen Landwirtschaft und der Erhaltung der Grünlandflächen im Berggebiet bleibt das Papier wesentliche Antworten schuldig."

"In der Strategie Ländliche Entwicklung fehlt jeder Bezug auf die Gentechnik," übt der Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern, Michael Johann, Kritik. "Wenn sich die von der EU forcierte Strategie der Koexistenz durchsetzt, kommen enorme Kostenbelastungen auf die Landwirtschaft zu. Die Gentechnikfreiheit beim Saatgut muss im österreichischen Umweltprogramm ausdrücklich festgelegt werden. Das verlangen auch die österreichischen Bundesländer", so Johann.

"In der biologischen Landwirtschaft lautet das Ziel Stagnation statt Ausweitung. Das ist unverständlich, wo der Biolandbau doch einen wichtigen Beitrag für eine gesunde, gentechnikfreie Ernährung und die Erhaltung von Landschaft, Böden und Wasser liefert," erläutert Pirklhuber.

"Im Grünland kommt es durch die Streichung der Grundförderung zu Einkommensverlusten für die Bäuerinnen und Bauern, die letztendlich zur Aufgabe der Bewirtschaftung vieler Wiesen und Weiden im Berggebiet führen könnten. Das Lebensministerium soll Vorschläge machen, wie die Kürzungen bei den Agrar-Umweltmaßnahmen kompensiert werden können, beispielsweise aus Mitteln der Modulation," fordert Johann.
Pirklhuber vermisst die von der EU ausdrücklich eingeforderten Maßnahmen zur Förderung des Zugangs von Frauen zum Arbeitsmarkt: "Wie die Probleme der Bäuerinnen in Bezug auf Einkommen, Bildung oder Kinderbetreuung angegangen werden sollen, darüber verliert die nationale Strategie kein Wort."

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