Heldenhafter Widerstand gegen die Erdölförderung im Amazonasregenwald!

Wie unser Energieverschleiß mit der Vernichtung der Regenwälder zusammenhängt.

Wien (OTS) - Eine prominente Delegation aus Amazonien ist derzeit auf Informationstour durch Österreich: Die Rechtsanwältin Lily La Torre aus Peru und Silvio David Malaver Santi, Kichwa-Vertreter des Dorfes Sarayaku in Ecuador berichten über das aktuelle Ausmaß der Regenwaldvernichtung durch Erdölförderung.

Der unmittelbare Lebensraum von Herrn Malaver Santi ist eingekreist von Förderblöcken, allerdings selbst noch weitgehend intakt. Trotzdem - oder gerade deshalb - leistet seine Dorfgemeinschaft Widerstand gegen geplante Förderaktivitäten. Er erklärt dazu: "Wir kennen die ökologischen Auswirkungen der Ölförderung in benachbarten Gebieten und die negativen sozialen Auswirkungen auf unsere Völker. Für uns ist die Erde unsere Mutter, die wir auch für unsere Kinder in lebenswertem Zustand erhalten wollen. Deshalb lehnen wir die Förderung auf unserem Gebiet ab." Seit 1989 wehren sich hier die DorfbewohnerInnen mittels Volksanwaltschaft und Parlamentspetitionen gegen die eindringenden Ölfirmen.

Heftig kritisiert wird sowohl von Lily La Torre als auch von Silvio David Malaver Santi das fehlende Mitspracherecht der direkt betroffene Bevölkerung: Weder wird sie um ihr Einverständnis gefragt, ob, wo und wie gefördert werden soll, noch wird sie an den Gewinnen beteiligt. Einzig die verheerenden Schäden hat sie allein zu tragen.

Und Lily La Torre ergänzt: "Wenn wir also hier von Widerstand sprechen, muss das ganz klar als heldenhafter Widerstand gesehen werden. Denn diese Menschen kämpfen um ihr Überleben. Außerdem haben sie ein Recht auf ihre Territorien, die von ihren Vorfahren bereits seit Jahrhunderten besiedelt wurden, lange bevor es überhaupt Nationalstaaten gab. Ihr Kampf gegen die Ölförderung wird von den Menschen als Fortsetzung der jahrhunderte alten Unterdrückung erlebt."

Die Erfahrungen aus Amazonien zeigen deutlich, dass Erdöl ein Produkt ist, das wie kaum ein anderes Menschen in Gewinner und Verlierer unterteilt (Wolfgang Mehl, Klimabündnis Österreich). Internationale Solidarität sei wichtig für die in diesen abgeschiedenen Gebieten lebenden Menschen, betonte Lily La Torre, es gebe ihnen die Kraft und den Mut, an ihr weiteres Überleben zu glauben.

Dies, aber auch Lösungsmöglichkeiten und Alternativen, waren die Themen bei zwei hochkarätigen Veranstaltungen in Wien: Am 24.1. fand in Zusammenarbeit mit dem STANDARD eine Podiumsdiskussion statt, bei der auch Professor Massarrat, Politikwissenschaftler von der Universität Osnabrück, und der Ölhändler Johannes Benigni aus Wien teilgenommen haben. Am 25.1. gab es ein Treffen mit ParlamentarierInnen im Österreichischen Parlament. Die beiden sehr gut besuchten Veranstaltungen waren für die Gäste aus Amazonien eine Gelegenheit, sowohl die Öffentlichkeit zu informieren wie auch an politisch höchster Stelle ihre Vorschläge darzulegen. Um nur einige zu nennen: Umsetzung der ILO-Konvention 169 durch Österreich, Tausch von Auslandsschulden gegen Umweltprojekte auf internationaler Ebene, die der indigenen Bevölkerung zugute kommen, die viel gerühmte CSR (corporate social responsability) von Großunternehmen vom Freiwilligenstatus in verbindliche, kontrollierbare und sanktionierbare Normen zu gießen u. a. m.

Bleibt zu hoffen, dass den Diskussionen um solche Vorschläge ein Umdenken und "Umhandeln" folgt - und auf politischer Ebene dafür die Weichen gestellt werden.

www.klimabuendnis.at
www.erdoelinamazonien.org

Rückfragen & Kontakt:

Angela Riedmann, Klimabündnis Österreich
Tel.: 01-581.58.81-11, angela.riedmann@klimabuendnis.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0010