Feinstaub bedroht Berufskraftfahrer

Greenpeace misst tägliche Belastung in Wiener Taxi

Wien (OTS) - Gemeinsam mit dem Wiener Taxilenker Stefan D. fuhr
der Greenpeace-Verkehrsexperte Jurrien Westerhof einen Arbeitstag lang mit einem Feinstaub-Messgerät im Taxi durch Wien und Umgebung.

"Vor allem beim Starten und vor sämtlichen Überholmanövern von Lkw konnten wir stark erhöhte Feinstaubwerte feststellen", berichtet Westerhof, der das Messgerät selbst bediente. Beim Befahren von stark mit Streusalz belasteten Straßen stiegen die Werte ebenfalls auf weit über 200 Mikrogramm Feinstaub PM 10.

Während einer längeren Fahrpause und bei geschlossenen Fenstern sanken die PM 10-Werte allmählich wieder ab. Die in vielen Neuwagen eingebauten Pollen- und Staubfilter scheinen zwar zu wirken, hatten aber zumindest im Test-Taxi keinen Einfluss auf die gesundheitlich viel gefährlicheren Ultrafeinstaub-PM 2,5-Partikel (für die es in Österreich noch immer keinen Grenzwert gibt). Diese Kleinstpartikel, unter einem vierhundertstel Millimeter winzig, können von der Lunge über das Blut bis ins Hirn gelangen und Herzinfarkte sowie Krebs- und Atemwegserkrankungen verursachen.

"Anscheinend dürften alle Kfz-Lenker bei diesen Witterungsverhältnissen in Großstädten wie Wien zumindest kurzfristig besonders hohen Feinstaub-Konzentrationen ausgesetzt sein", befürchtet Jurrien Westerhof aufgrund seiner Messungen. Deshalb hält er eine systematische Untersuchung von besonderen Risikogruppen wie Berufskraftfahrern und Mitarbeitern von Straßendiensten in Bezug auf die Belastung mit Ultrafeinstaub PM 2,5 für mehr als angebracht.

Über die generelle Gefahr von PM 2,5-Belastungen, notwendige Ultrafeinstaub-Grenzwerte und mögliche Schutzmaßnahmen wird Greenpeace gemeinsam mit dem Umweltmediziner Univ.-Prof. Dr. Manfred Neuberger am Montag, 30. Jänner 2006, ab zehn Uhr im Wiener Café Prückel informieren.

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Attila Cerman, Greenpeace CEE, Tel.: 0664-3435354
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace CEE, Tel.: 0664-6126701

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