AKNÖ: Konsumenten brauchen endlich mehr Ausbildung

Konsumentenschützer ziehen Bilanz

Wien (AKNÖ) - 1,2 Millionen Euro hat die AKNÖ-Konsumentenberatung den Hilfe suchenden KonsumentInnen durch ihre Tätigkeit gesichert. Ein Großteil davon wurde auf außergerichtlichem Weg erreicht.

"Von den Konsumenten wird viel verlangt. Kreditabschlüsse, private Vorsorge, Autokauf oder Interneteinkäufe - sie sollen sich überall auskennen. Dass das nicht funktioniert, zeigen die vielen Menschen, die sich voriges Jahr Hilfe suchend an die AKNÖ-Konsumentenberatung gewandt haben", erklärt AKNÖ-Präsident Staudinger bei der heutigen Bilanzpressekonferenz der Konsumentenberatung. Eine Tendenz lässt sich klar erkennen: Egal in welcher Angelegenheit die AKNÖ-ExpertInnen für die KonsumentInnen mit Firmen verhandeln, diese zeigen sich immer weniger kulant. Außergerichtliche Einigungen werden schwieriger. Der Grund dafür? "In der Öffentlichkeit wird gern das Bild vom mündigen Konsumenten gezeichnet, auch in der Rechtssprechung ist das zunehmend so. Aber das entspricht nicht der Realität, das sehen wir jeden Tag in der Praxis. Die Leute kennen sich im Verbraucherrecht nicht aus und zahlen drauf", sagt Dr. Eva Schreiber, die Leiterin der AKNÖ-Konsumentenberatung.

Verbraucherrecht soll Pflichtfach werden
Viele Menschen sind im Alltag bei Vertragsabschlüssen überfordert. Sie wissen zu wenig über ihre Rechte und Pflichten, das wird von unseriösen Geschäftemachern ausgenützt. "Solange das Thema Konsumentenrecht im Schulunterricht keinen Platz bekommt und das Fach Verbraucherbildung nicht unterrichtet wird, wird es den meisten unklar bleiben, was der Unterschied von Garantie und Gewährleistung ist oder warum schriftliche und mündliche Verträge gelten", sagt Schreiber.

Die Schwerpunkte: Häuslbauen, Kreditzinsen, Internet, Kfz...
Ob es sich um den größten Kreditfall aller Zeiten handelt - eine Witwe bekommt 71.000 Euro von ihrer Bank zurück - oder um enorme Preisunterschiede bei Brennstoffen und Tankstellen: Das Arbeitsfeld der AKNÖ-KonsumentenberaterInnen ist groß. 2005 lagen die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit auf Hausbau, Internet, KFZ und dem Aufdecken von unseriösen Werbeverkaufsveranstaltungen. Ein Dauerbrenner ist nach wie vor die Kreditzinsenberechnung, hier wurden in den letzten 6 Jahren insgesamt 25.639 Kredite nachgerechnet. Bisher wurden in Niederösterreich 9,7 Millionen Euro an zuviel verrechneten Zinsen von den Banken zurückgezahlt. Derzeit sind 441 Klagen anhängig.

Außerdem kamen viele Anfragen zu Rücktrittsrecht, Reisereklamationen - die Bereitschaft der Reiseveranstalter, berechtigte Ansprüche auf Preisminderung zu erfüllen, sinkt - und privater Vorsorge. Hier ist ein Vergleich der einzelnen Produkte nur schwer möglich, da es keine Transparenzregeln gibt. Der Konsument kann nicht klar erkennen, wie viel von seiner monatlichen Prämie in den Sparanteil und wie viel zur Kostendeckung verwendet wird. (z.B. Prämie 100 Euro, Sparanteil 65 Euro, Kostenanteil 35 Euro).

Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer und Verbraucherstudie
"Die Schwerpunkte unserer Tätigkeit richten sich nach den Bedürfnissen unserer Mitglieder. Und um diese noch besser zu kennen, führen wir 2006 eine Verbraucherstudie durch", kündigt AKNÖ-Direktor Mag. Helmut Guth an. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer soll ausgebaut werden. "Da sich die Einrichtung der Schlichtungsstelle für Rauchfangkehrer sehr bewährt hat, wird es auch eine Schlichtungsstelle KFZ in Zusammenarbeit mit der Innung geben. Darüber hinaus gibt es Gespräche mit der Wirtschaftskammer bezüglich der Gründung einer Streitschlichtungsstelle für den Direktvertrieb. So können Probleme der Konsumenten rasch und außergerichtlich gelöst werden", stellt Guth fest. Außerdem wird die erfolgreiche Kooperation im Rahmen von "Pro Konsument" mit Landesrätin Christa Kranzl fortgesetzt. 2006 wird überdies das 40-Jahr-Jubiläum der AKNÖ-Konsumentenschützer mit der Verleihung des Konsumentenschutzpreises gefeiert. "Die AKNÖ ehrt Menschen, die sich Verdienste um den Konsumentenschutz gemacht haben", erklärt Direktor Guth.

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