Winterspaß haben, Natur bewahren

Beim Schitourengehen auf Wildtiere und Wald Rücksicht nehmen

Wien (OTS) - In manchen Regionen unseres Landes liegen derzeit bis zu zwei Meter Schnee. Die weiße Pracht lässt die Herzen der Wintersportler höher schlagen. Schitourengeher stürmen jetzt Berge, Gipfel und Wälder. Für sie bietet die verschneite Natur ein besonderes Erlebnis. Dabei können sie aber Wildtiere in ihrem Lebensraum empfindlich stören. Um die kalte Jahreszeit zu überleben, benötigen die Tiere Ruhe. Werden sie vertrieben, können sie zudem große Schäden am Wald anrichten. Tourengeher sollten daher die markierten Routen nicht verlassen.

Schitourengeher bewegen sich im Lebensraum vieler Alpentiere, die im Winter besonders sensibel auf Störungen reagieren. "Wild lebende Tiere sind in der kalten Jahreszeit besonders hohen Belastungen ausgesetzt", erklärt Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich. "Die eisigen Temperaturen und schwierige Nahrungssuche stellen sie vor erhebliche Probleme. Werden die Tiere gestört, flüchten sie." Das hat für ihr Überleben dramatische Folgen:
Das Fliehen kostet enorme Kraft - das Wild verbraucht dabei 8-12 Mal so viel Energie wie sonst. Diesen erhöhten Verlust können sie oft nicht mehr ausgleichen, weil sie nicht die nötige Nahrung finden.

Hungertod und Waldschäden drohen

Die Vertreibung aus ihrem Lebensraum zwingt die Wildtiere überdies, ihre Futterplätze und Nahrungsquellen aufzugeben. Somit wird die im Winter ohnedies niedrige Energiezufuhr zusätzlich reduziert. Weil Nahrung nur spärlich vorhanden ist und die Fett- und Energiereserven der Tiere knapp sind, werden sie immer schwächer und können schließlich sterben.

Auf menschliche Eindringlinge in ihre gewohnte Umgebung reagieren Rauhfußhühner wie etwa das Auerhuhn oder Schneehuhn am empfindlichsten. Sie sind im Winter nur wenige Stunden am Tag aktiv. Die Tiere können ihre Nahrung nur suchen und aufnehmen, wenn es hell genug ist. "Diese Hühnervögel legen keine Fettreserven an", so Montecuccoli. "Werden sie häufig von Menschen gestört, erleiden sie rasch einen Hungertod."

Äußerst sensibel auf Störungen reagieren auch Hirsch, Gams und Steinbock, wenn sie von ihren Futterplätzen vertrieben werden: Die Tiere flüchten in den Bergwald und verbeißen dort die Jungbäume. Dies kann den Baumbestand langfristig zerstören. Zudem können Schitourengeher durch unvorsichtiges Abfahren große Schäden an Jungwäldern und Aufforstungsflächen anrichten. Denn die scharfen Schikanten köpfen die jungen Pflanzen regelrecht. Dadurch verkrüppeln die Bäume und werden schneller von Pilzen befallen. Sind die Schäden an der Pflanzendecke massiv, kann auch die Schutzfunktion des Waldes verloren gehen.

Lebensraum respektieren

Am meisten werden die Wildtiere von Menschen gestört, die sich im Bereich der oberen Waldgrenze und im Wald aufhalten. Besonders problematisch sind die Dämmerungszeiten am Morgen und am Abend, weil die Tiere da Nahrung suchen und fressen. Waldbesucher sollten die Ruhezonen der Wildtiere respektieren, Lärm vermeiden und keine Fütterungsstellen aufsuchen.

"Wer die Wildtiere und Natur schonen will, wählt für seine Schitouren am besten Gebiete oberhalb der Waldgrenze", empfiehlt Montecuccoli. "Im Hochgebirge können Wintersportler mit gutem Gewissen ihre Freizeitbeschäftigung ausüben und Erholung finden."

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