Tagesbetreuung an den Schulen muss dringend verbessert werden

Linz (OTS) - Als Vorsitzender des AK-Bildungsausschusses
kritisiert AK-Vizepräsident Josef Kronister die nun vom Land vorgelegte rechtliche Grundlage für die geplante Tagesbetreuung an Schulen in Oberösterreich: "Wir fordern zahlreiche Verbesserungen -vor allem bei der Gruppengröße und der finanziellen Unterstützung der Gemeinden!"

Mit der Novelle zum oö. Pflichtschulorganisationsgesetz soll das so genannte Schulpaket I des Bundes in Oberösterreich umgesetzt werden. "Leider wird das erklärte Ziel der Tagesbetreuung an Schulen nur sehr halbherzig angestrebt", sagt AK-Vizepräsident Josef Kronister. "Der Gesetzesentwurf würde die Weichen auf Landesebene so stellen, dass viele berufstätige Eltern das dringend benötigte Betreuungsangebot für ihre Kinder wieder nicht erhalten!"

Konkret fordert Kronister namens des AK-Bildungsausschusses kleinere Betreuungsgruppen: "Eine Tagesbetreuung für Schulkinder soll ab zehn angemeldeten Kindern erfolgen müssen und nicht wie derzeit vorgesehen ab 15 Kindern. Das Angebot soll grundsätzlich aber auch geführt werden können, wenn weniger Kinder angemeldet sind oder die Gruppengröße im Laufe des Schuljahres unter zehn fällt."

Eine finanzielle Unterstützung der Gemeinden durch das Land sieht die Novelle nicht vor. "Damit wird sowohl die Schaffung von räumlichen Voraussetzungen als auch die Finanzierung des Freizeitteils der Betreuung zur Gänze der einzelnen Gemeinde überlassen. Das Land soll so wie der Bund fünf Lehrerwochenstunden finanzieren und darüber hinaus die Gemeinden bei den anfallenden Schulbaulasten unterstützen", verlangt der AK-Vizepräsident. "Damit würden für die Gemeinden vergleichbare Bedingungen zwischen einem Hort und einer ganztägigen Schule geschaffen."

Die Arbeiterkammer will aber auch bessere Sprengellösungen: Kinder könnten eine Tagesschule nur besuchen, wenn sie im entsprechenden Schulsprengel wohnen. Gemeindeverbände sollen auch einen sprengelübergreifenden Besuch ermöglichen können.

Sinnlos nennt der AK-Bildungsausschuss das vorgesehene Verbot, neben einem Hort eine schulische Tagesbetreuung einzurichten: Der Ausbau eines Hortes kann im Einzelfall wesentlich teurer sein, als schon bestehende Schulräume einer zusätzlichen Nutzung anzupassen.

"Nicht zuletzt treten wir für die Stärkung der Information und der Rechte der Eltern sowie für praxisgerechtere bundesgesetzliche Rahmenregelungen ein", betont Josef Kronister. "Denn nicht nur die vorgelegte Novelle zum oö. Pflichtschulorganisationsgesetz, sondern schon das Schulpaket I der Bundesregierung ist völlig unzureichend. Das betrifft unter anderem die Finanzierung, die Zuerkennung vollwertiger Lehrerstunden und die Schaffung eines Rechtsanspruchs der Eltern auf qualitätsvolle Tagesbetreuung!"

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