Saliera - Bures: Hobbydetektiv Schüssel pfuscht der Polizei ins Handwerk

"Schüssels Werbefläche war ein monatelanges Sicherheitsrisiko für das Kunsthistorische Museum"

Wien (SK) - SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures findet es "bemerkenswert, dass Kanzler Schüssel sich neuerdings als Hobbydetektiv betätigt und der Polizei ins Handwerk pfuschen will". Schüssel hat am Donnerstag nach dem Ministerrat seine Vermutungen über den Diebstahl der Saliera aus dem Kunsthistorischen Museum zum Besten gegeben und die Darstellung des mutmaßlichen Täters, dass er betrunken über das Baugerüst in das Museum eingestiegen ist, in Zweifel gezogen. Schüssel hat gemeint, er hätte es mit fünf Bier und zwei Tequila intus auf keinen Fall geschafft, das Gerüst hochzuklettern. ****

Die Frage, "wieso jetzt auch der Bundeskanzler antritt, um die für jeden außer Ministerin Gehrer und Direktor Seipel offensichtlichen, eklatanten Sicherheitsmängel im KHM zu bestreiten", sei aber trotzdem interessant, sagte Bures. Eine mögliche Erklärung ist ihrer Ansicht nach, das schlechte Gewissen beim Kanzler. Denn die ÖVP hat im November 2002 das Baugerüst am Museum als Werbefläche für Schüssel verwendet. Das Gerüst wurde bereits im September 2002 aufgestellt, sechs Monate bevor die Bauarbeiten überhaupt begonnen haben.

"Schüssels Werbefläche war ein monatelanges Sicherheitsrisiko für die Kunstschätze des Museums. Schlechtes Gewissen beim Kanzler wäre also durchaus angebracht", sagte Bures am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Sie bekräftigte überdies die Rücktrittsaufforderung an Ministerin Gehrer. Denn nicht nur, dass vor dem Saliera-Diebstahl die Sicherheitsvorkehrungen unter jeder Kritik waren, nach dem Diebstahl hat sich daran auch nichts geändert, wie ein aktueller Befund eines Sicherheitsexperten über KHM, Belvedere und Albertina zeigt.

Die Vorgänge rund um den Diebstahl der Saliera und die Rolle von Gehrer, Seipel und Schüssel wird die SPÖ nächste Woche am Donnerstag in einer Sondersitzung des Nationalrats thematisieren. (Schluss) wf

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0013