GPA-Katzian: Handelsangestellte müssen am Erfolg der Unternehmen teilhaben

Arbeitzeitflexibilisierung nach Vorstellungen der Wirtschaft bringt Einkommensverlust gerade im Handel

Salzburg (GPA/ÖGB) - Höhere Einkommen, bessere Arbeitsbedingungen und einen Ausbau demokratischer Mitwirkungsrechte fordert der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Wolfgang Katzian, in einem Referat anlässlich der Generalversammlung der Österreichischen Fachvereinigung für Einkaufszentren heute in Salzburg und bietet gleichzeitig Dialogbereitschaft für neue Arbeitszeitmodelle an.++++

"Während gerade die österreichischen Einkaufszentren in den letzten Jahren enorme Umsatzsteigerungen verzeichnen konnten, hat sich bei den Arbeitsbedingungen der Handelsangestellten im selben Zeitraum viel zu wenig zum Positiven verändert. Insbesondere vor dem Hintergrund der vielen Teilzeitbeschäftigten im Handel brauchen wir eine deutliche Anhebung der kollektivvertraglichen Gehaltsansätze. Das wäre auch ein höchst wirksamer Beitrag zur Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. Teilzeitkräfte müssten genau so ein Anrecht auf die Abgeltung von Überstunden haben", so Katzian.

Der GPA-Vorsitzende kritisierte in diesem Zusammenhang den neuerlichen Vorstoß der Wirtschaft auf eine Flexibilisierung der Arbeitszeit per Gesetz. "Dies würde durch die längere Durchrechnung gerade für die Handelsangestellten empfindliche Einkommenseinbußen bedeuten", betont Katzian.

"Faktum ist auch, dass gerade im Handel viele Unternehmen keine betriebsrätlichen Strukturen aufweisen. Es sollte in einer modernen Demokratie eine Selbstverständlichkeit sein, auch auf der betrieblichen Ebene Mitbestimmungsstrukturen nicht nur zuzulassen, sondern auch zu fördern. Für Einkaufszentren wäre etwa die Etablierung von Centervertretern ein wichtiger Schritt in diese Richtung."

"Die GPA ist zum Dialog über flexible Arbeitszeitmodelle bereit. Allerdings dürften diese Modelle nicht zu einer Verschlechterung der Einkommenssituation und der Arbeitsbedingungen führen, sondern vielmehr mit wirksamen Schritten zur nachhaltigen Verbesserung der Arbeitssituation verbunden sein. Letztendlich würden auch die Konsumenten von gut bezahlten, qualifizierten und zufriedenen Angestellten profitieren", so der GPA-Vorsitzende abschließend.

ÖGB, 26. Jänner
2006
Nr. 52

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