Kollektivvertrag für Universitätsbedienstete: neuerliche gewerkschaftliche Offensive

Wien (OTS) - Die GÖD hat am 26. Jänner 2006 das gewerkschaftliche Forderungsprogramm für einen Kollektivvertrag für Universitätsbedienstete dem Dachverband der Universitäten überreicht. Dieses Forderungsprogramm ist ein umfassender Kollektivvertragstext, der in einer österreichweiten Betriebsrätekonferenz aller 21 Universitäten erarbeitet worden ist.

Die GÖD fordert den Dachverband auf, möglichst rasch die Verhandlungen über dieses Forderungsprogramm aufzunehmen und diese zügig fortzusetzen. Ein möglichst baldiger Abschluss des Kollektivvertrages ist im Interesse der Kolleginnen und Kollegen, die an den Universitäten beschäftigt sind.

Hauptinhalte des Forderungsprogramms sind:

  • Ein neues leistungsorientiertes Entlohnungsschema, in welchem die Lebensverdienstsummen nach dem VBG 1948 die Basiswerte sind.
  • Die primäre Zielgruppe sind neu aufzunehmende Kolleginnen und Kollegen; für bereits längere Zeit Beschäftigte sind attraktive Übertrittsmöglichkeiten zu verhandeln.
  • Im Bereich des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals ist für die Universitätslehrer ein international konkurrenzfähiges mehrstufiges Karrieremodell zu schaffen.
  • Im Bereich des allgemeinen Universitätspersonals ist ein aufgefächertes, den Herausforderungen einer modernen Universität gerecht werdendes Entlohnungssystem zu schaffen.
  • Nachwuchsförderung, Leistungsorientierung, Mobilität, Planbarkeit der Karrieren und Gendermainstreaming sind beim wissenschaftlichen, künstlerischen und allgemeinen Universitätspersonal zu verwirklichen.
  • Erteilung einer Pensionskassenzusage

Der Kollektivvertrag ist für uns nicht nur gesetzlicher Auftrag, sondern ein Instrument, um die Absicht der Verbetriebswirtschaftlichung der Universitäten mit einem Kräfteausgleich zu versehen. Das heißt, dass für Gehälter (Mindestlöhne), Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen in der universitären Landschaft eine einheitliche Grundlage geschaffen wird. Diese für das Arbeitsleben fundamentalen Elemente sollen nämlich nicht zum Wettbewerbsvorteil bzw. -nachteil innerhalb der 21 Universitäten eingesetzt werden können. Er ist aber auch das Instrument, die Erhöhung der Realeinkommen im Ausmaß der gesamtwirtschaftlichen Produktivitätssteigerung - zusammen mit der Sicherung der Gehälter gegen Inflation - als Mittel und längerfristiges Ziel zu gewährleisten.

Wir wollen eine neue Grundlage für eine optimale, motivierende Zusammenarbeit an den Universitäten zustande bringen.

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