AK-Berechnung: Energiekosten für Haushalte beliefen sich 2005 auf eine Milliarde

Entlastung besonders der Pendler notwendig

Wien (OTS) - Österreichische Haushalte zahlten 2005 Rekordpreise für Energie. Das wird heute grundsätzlich auch von der Energie Agentur Austria bestätigt. Sie errechnete Mehrbelastungen von 820 Mio Euro. Nach AK Berechnungen belaufen sich diese allerdings auf rund 1 Mrd Euro. "Unsere Berechnungen sind exakt und nachvollziehbar. Die Energie Agentur sollte ihre Zahlen auch auf den Tisch legen. Immerhin klaffen die Berechnungen um rund 170 Millionen auseinander. Aufgrund der Preissteigerungen und der Verbraucherzahlen betrugen die Mehrbelastungen bei Treibstoffen rund 620 Millionen, bei Heizöl rund 250 Millionen und bei Strom und Gas rund 130 Millionen Euro", sagt Dorothea Herzele, AK Experten der AK Wien. Jedenfalls ist es höchste Zeit, für einen finanziellen Ausgleich zu sorgen. Besonders betroffen von den steigenden Spritpreisen sind die Berufspendler, die auf ihr Auto angewiesen sind. Die Mini-Entlastung durch die neue Pendlerpauschale gleicht die Mehrbelastungen bei weitem nicht aus. Die AK fordert: Die derzeitigen Pendlerpauschalien sollen um 300 Millionen Euro aufgestockt werden und in eine einheitlichen Pendlerabsetzbetrag umgewandelt und mit Negativsteuerwirkung ausgestattet werden. "Das würde allen helfen: Den Benutzern der Öffis ebenso wie jenen, die berufsbedingt ihr Auto nutzen müssen", sagt Herzele.

Steigende Preise: Des einen Freud, der anderen Leid AK-Berechnungen zeigen: Allein für Heizöl, bei einem Verbrauch von 2.500 Liter jährlich, zahlte ein Haushalt gegenüber 2004 über ein Drittel mehr, das sind Mehrkosten von bis zu 325 Euro. Von den steigenden Spritpreisen sind Berufspendler besonders betroffen: Im Schnitt zahlt ein Pendler, der 40 Kilometer von Bruck an der Leitha nach Wien einpendelt, für den Diesel heuer um 160 Euro mehr als im Vorjahr. Die Mini-Entlastungen der Regierung bei der Pendlerpauschale gleicht diese Mehrbelastungen keinesfalls aus: Gerade einmal 17 Euro Ersparnis im Jahr bringt diesem Pendler mit Durchschnittseinkommen die Anhebung des Pendlerpauschales um zehn Prozent. Der Finanzminister hingegen profitiert kräftig von den steigenden Energiepreisen. Steigen die Preise, steigen auch die Mehrreinnahmen bei der Mehrwertsteuer: Bei Diesel um über 100 Mio Euro, bei Heizöl um fast 50 Mio Euro.

Die Preissteigerungen bei Sprit sind nicht nur die Folge internationaler Preissteigerungen bei Rohöl sondern auch hausgemacht:
So hat die gesetzlichen Beimischungspflicht von Biodiesel zu (fossilen) Diesel seit 1. Oktober 2005 zu Preissteigerungen geführt. Obwohl die Mineralölsteuer auf das Biodieselgemisch (bei einer Beimischung von 4,4vol Prozent Biodiesel) um 5 Cent pro Liter gesenkt wurde, stiegen der Dieselpreise von Oktober bis Dezember .durchschnittlich um 11 Cent pro Liter gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres an.

Die AK fordert:
Endlich einen spürbaren Ausgleich für die Beurfspendler schaffen. Die derzeitigen Pendlerpauschalien sollen um 300 Millionen Euro aufgestockt werden und in einen einheitlichen Pendlerabsetzbetrag umgewandelt werden. Von einer erhöhten einheitlichen Pendlerpauschale würden auch die Benützer öffentlicher Verkehrsmittel profitieren, da diese derzeit in der Regel nur die geringere "kleine" Pendlerpauschale geltend machen können. Zusätzlich sollen diese Pendlerpauschalien mit Negativsteuerwirkung ausgestattet werden, damit auch ArbeitnehmerInnen, die so wenig verdienen, dass sie keine Steuern zahlen, eine Gutschrift bekommen. "Die Leute haben aufgrund der hohen Energiepreise immer weniger Geld, das muss endlich fair ausgeglichen werden. Durch höhere Pendlerpauschaliene werden auch die Kaufkraft gestärkt. Angesichts der immer noch schwachen Konsumnachfrage wäre das also eine wichtige Maßnahme für mehr Wachstum und damit letztlich auch für mehr Beschäftigung", sagt Herzele.

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