Bayr: Entsetzliche Bedingungen bei Erdölförderung im Regenwald

EU-Lateinamerikagipfel als Anstoß zum Umdenken

Wien (SK) - Die Förderung von Erdöl und die damit verbundene Abholzung des Regenwaldes haben starke Konsequenzen auf das Leben, die Umwelt und die Ressourcen der Ureinwohner, erklärte Petra Bayr, die Entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ, am Mittwoch in der Pressekonferenz "Erdölförderung im Regenwald - wer gewinnt, wer verliert?". Der Zorn der Bevölkerung sei verständlich, wenn "dort, wo ihr Lebensraum, ihre Lebensgrundlage ist, viel Geld aus der Erde gepumpt wird, die Menschen aber nichts davon haben", unterstrich Bayr und hoffte, dass der EU-Lateinamerikagipfel ein Anstoß zum Umdenken wird. ****

Seit über 60 Jahren werde in Amazonien schon Öl gefördert und das dabei entstehende giftige Formationswasser in den Regenwald und die Flüsse geleitet, so Bayr. Daher seien schon 95 Prozent des Wassers verseucht, weshalb die Krankheiten der Ureinwohner in diesen Gebieten wesentlich höher seien als in anderen. Die Bedingungen, unter denen die indigene Bevölkerung zu leiden habe, seien "entsetzlich", so Bayr. Ecuador sei deshalb ein so billiges Abbaugebiet für Erdöl, da der Staat die Einnahmen, die er für den Erdölabbau bekommt, als Schuldenzinsen wieder abbezahlen muss und es außerdem nur sehr schwache Umweltgesetze gebe. "Entsetzlich" sei auch, dass die Betreiber die Regeln in den Abbaublöcken selbst bestimmen könnten, so setze man sich auch mit Gewalt gegen die Ureinwohner durch.

Bayr ist überzeugt, dass der EU-Lateinamerika Gipfel im Mai 2006 ein Anlass sei, damit den "Europäern, als Konsumenten fossiler Energien, bewusst wird, woher das Öl kommt". Europa habe "die Macht, auf die Konzerne Druck auszuüben", erklärte Bayr und hoffte "auf einen Anstoß auf parlamentarischer Ebene, mit Zustimmung aller Parteien". Man müsse schon jetzt über Alternativen zu den fossilen Rohstoffen nachdenken, so Bayr abschließend.
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