WKÖ setzt mehrfache Initiativen für Menschen mit Behinderung

Bewerbungsdatenbank für Job suchenden Menschen mit Behinderung von WKÖ ins Leben gerufen - weiterer Schwerpunkt: Selbständigkeit mit Behinderung

Wien (PWK 034) - In der abschließenden Podiumsdiskussion der ganztägigen Veranstaltung "Barrierefrei arbeiten!" von Wirtschaftskammer Österreich und ÖGB im Haus der Wirtschaft zogen Vertreter der Sozialpartner und anderer Institutionen Bilanz über die aktuelle Situation von Menschen mit Behinderung, psychischen und/oder chronischen Erkrankungen im Arbeitsleben.

Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der WKÖ, wies auf ein erfolgreiches Modell der WKÖ hin - die gemeinsam mit dem Institut für humanistisches Management geschaffene online-Bewerbungsdatenbank www.einstellungssache.at: "Mit dieser Datenbank können Unternehmen erstmals rasch und unbürokratisch Arbeit suchende, behinderte bzw. beeinträchtigte oder chronisch kranke Mitarbeiter aus allen Berufsgruppen mit förderbaren Dienstverhältnissen finden." Ein weiterer Schwerpunkt der WKÖ bei der Unterstützung von Menschen mit Behinderung ist das Programm ‚Selbständig mit Behinderung’, wo Beratung für Unternehmensgründung oder -führung geboten wird. Gleitsmann kritisierte aber auch, dass etliche Unternehmen Behinderte anstellen wollen, aber aus verschiedenen Gründen keine bekommen können. Gleitsmann: "Hier müssen wir uns die Frage stellen, inwieweit die Ausgleichszahlungen dann gerechtfertigt sind." Eine Thematik, die Wolfgang Tritremmel von der Industriellenvereinigung durchaus bewusst ist. Er zeigte aber auch die andere Seite auf. Tritremmel: "Beim AMS sind rund 30.000 Menschen mit Behinderung registriert, die teilweise hervorragende Qualifikationen haben. Da müssen wir ansetzen, denn es gibt eigentlich kein Berufsfeld, wo Menschen mit Behinderung nicht eingesetzt werden könnten."

In diesem Zusammenhang sei der Mangel an Information eines der größten Probleme, ergänzte Sacher von der Pensionsversicherungsanstalt. Die Pensionsversicherungsanstalt investiert jährlich rund 450 Mio. Euro in die medizinische und berufliche Rehabilitation von Menschen mit Behinderten - in Form von Umschulungen oder etwa der Adaptierung der Wohnungen von Behinderten. Manfred Pallinger vom Sozialministerium ging auf die generelle "Lage am Arbeitsmarkt für Personen mit besonderen Bedürfnissen ein, die zweifelsohne eine Herausforderung ist. Unsere Schwerpunktsetzung liegt in diesem Zusammenhang unter anderem bei Jugendlichen mit Behinderung, um diesen den Übergang von der Schule in den Arbeitsprozess zu erleichtern." Ebenso werden Weiterbildungsmaßnahmen und Qualifikationsinitiativen für ältere behinderte Arbeitnehmer geboten. Pallinger: "Grundsätzlich gibt es eine Unzahl von Fördermöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Das Problem dabei ist, sich einen guten Überblick zu verschaffen." Eine wichtige Aufgabe sei daher, Informationen über Förderprogramme zu liefern, aber vor allem auch den Unternehmen darzustellen, welche Möglichkeiten sich bei der Einstellung von Menschen mit Behinderung ergeben.

Wichtig bei der Diskussion über Behinderung und Arbeitsmarkt sei "eine Debatte ohne falsch verstandene Sozialromatik", betonte Julian Hadschieff, geschäftsführender Gesellschafter von Humanomed und Obmann des Fachverbandes der Gesundheitsbetriebe in der WKÖ. Der Tiroler, der selbst sehbehindert ist, plädierte dafür, "Chancen zu schaffen und Barrieren abzubauen - auch solche im Kopf". Behinderte Menschen, so Hadschieff, seien häufig besonders leistungsfähig und leistungswillig, deshalb sollten sie die Chance bekommen zu zeigen, was sie können. Eine weitere wichtige Aufgabe sei "Berührungsängste abzubauen", meinte Marianne Hengl, Unternehmerin und Obfrau des Vereines zur Förderung körperbehinderter Menschen. Sie appellierte an die Menschlichkeit und den Umgang miteinander. Darauf ging auch Herbert Kasberger, Behindertenvertrauensperson bei Siemens VAI, ein:
"Wir können die wirtschaftliche Entwicklung und die Welt nicht ändern, sondern müssen probieren, bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen." Auch im Hinblick auf die demographische Entwicklung könne ein Umdenken zu einer klassischen Win-win-Situation führen, so Kasberger. (EB/BS)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Stabsabteilung Presse
Mag. Bernhard Salzer
Tel.: (++43) 0590 900-4464
Fax: (++43) 0590 900-263
bernhard.salzer@wko.at
http://wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0006