Morak: Kultur und Kreativität sind die Grundlage europäischen Denkens und Handelns

Präsentation der österreichischen Präsidentschaft in den Bereichen Kultur und Audiovisuelles vor dem Kulturausschuss des Europäischen Parlaments

Strassburg (OTS) - "Wenn wir uns als politische Verantwortungsträger Gedanken um die Zukunft Europas machen, so bin ich der festen Überzeugung, dass Kultur verbindet und Identität stiftet. Kultur und Kreativität sind die Grundlage europäischen Denkens und Handelns", so Staatssekretär Franz Morak, heute Dienstag, anlässlich der Präsentation der Vorhaben der österreichischen Präsidentschaft in den Bereichen Kultur und Audiovisuelles vor dem Kulturausschuss des Europäischen Parlaments.

Staatssekretär Morak betonte, dass er sowohl im kulturellen als auch im audiovisuellen Bereich den Dialog und die Zusammenarbeit mit dem europäischen Parlament suchen werde. Es sei wichtig, dass alle Beteiligten dieselben Ziele verfolgen. Morak thematisierte auch die Frage des Budgets der Programme und betonte, dass "alle Kulturpolitiker an einem Strang ziehen müssen, um eine angemessene budgetäre Ausstattung des Kultur- und Medienbereichs innerhalb des Finanzrahmens zu erreichen", so Morak.

In der Rede vor dem Ausschuss ging der Staatssekretär auf die einzelnen Vorhaben ein. Im Gesamtbereich der Kultur steht eine Vielzahl wichtiger Themen auf der Agenda. Mit dem zentralen Förderprogramm "Kultur 2007" werde der "Ausbau der kulturellen Zusammenarbeit in Europa" und die Entwicklung einer europäischen Identität unterstützt. Ein wichtiger Beitrag wird auch durch das Programm "BürgerInnen für Europa" geleistet. Die Ausrichtung der "Kulturhauptstadt Europas" sei ein Programm, das in besonderer Weise eine breite Öffentlichkeit erreiche. Weiters werde sich Österreich bemühen, die Diskussionen um das "Europäische Jahr des interkulturellen Dialogs 2008" zu strukturieren. Das Programm sei eine ausgezeichnete Möglichkeit "das gegenseitige Verständnis für Gemeinsamkeiten aber auch die Diversität der Themen und Lebensentwürfe zu stärken", so Morak. Ziel der österreichischen Präsidentschaft werde außerdem die Annahme des Ratsbeschlusses zur Ratifizierung der UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung kultureller Vielfalt sein.

Im audiovisuellen Bereich gelte hohe Aufmerksamkeit dem künftigen MEDIA 2007-Programm, da es den europäischen Kinofilm in den Mittelpunkt stelle. Mit der Schwerpunktsetzung auf Training, Entwicklung, Vertrieb und Vermarktung sei auch "der europäische Mehrwert sichergestellt", weil sich die nationalen Förderprogramme hauptsächlich auf den Produktionssektor beschränken. Im Zentrum der Debatte zur Revision der Richtlinie "Fernsehen ohne Grenzen" werde zunächst die Frage des Anwendungsbereichs der Richtlinie stehen. Eine Herausforderung werde auch der Themenbereich des Product-Placements darstellen. Im Sinne der Rechtssicherheit sollte die Thematik grundsätzlich auch auf europäischer Ebene geregelt werden, betonte Morak. Was die Empfehlung zum Jugendschutz betrifft wird der österreichische Vorsitz die bisherigen Verhandlungen fortführen.

In Ergänzung zu unserer Arbeit an den Legislativvorschlägen werden wir eine Reihe von Expertenkonferenzen in Österreich veranstalten. Einen Schwerpunkt wollen wir dabei im Bereich der "Content- und Kreativwirtschaft" setzen, denn wenn sich die Europäische Union das Ziel gesetzt hat, "die Union zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Raum" zu machen, ist die Contentindustrie ein wesentlicher Faktor. Es würde meines Erachtens zu kurz greifen, in erster Linie auf Infrastruktur zu setzen und die kulturellen Inhalte zu vernachlässigen", betonte Morak. Weitere Veranstaltungen der Präsidentschaft gelten dem Thema "Film Online", der Qualität der Architektur in Europa, Langzeitstrategien zur Digitalisierung des Kulturerbes sowie der Einbeziehung der Länder Südosteuropas in das neue Kulturprogramm, kündigte Morak an. Am Rande des Hearings traf der Staatssekretär noch mit einigen Mitgliedern des Europäischen Parlaments zu Einzelgesprächen zusammen.

Rückfragen & Kontakt:

Staatssekretariat für Kunst und Medien
Mag. Katharina Stourzh
Tel.: (++43-1) 53115/2228

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBU0003