Bubenstudie - Niederwieser will bei Lehrergehaltsunterschieden ansetzen

Solange VolksschullehrerInnen um 40 Prozent weniger verdienen als an HTL wird sich nichts ändern - Warum hält Gehrer ihre Bubenstudie unter Verschluss?

Wien (SK) - SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser sieht einen wesentlichen Grund dafür, warum es so wenige männliche Volksschullehrer gibt, in der Strukturierung der LehrerInnen-Gehälter. "Sobald ein Volksschullehrer so viel verdient wie beispielsweise ein Chemie-Lehrer an einer HTL, ist ein großer Teil des Problems der mangelnden männlichen Volksschullehrer gelöst", so Niederwieser Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ zu Ergebnissen der heute veröffentlichten Studie "Buben- und Burschenarbeit in Österreich". ****

Der SPÖ-Bildungssprecher betonte, dass man mit einer Quotenregelung allein nicht viel ausrichten könne. "Es muss der Tatsache entsprochen werden, dass die pädagogische Arbeit mit Sechsjährigen genauso verantwortungsvoll ist wie die Arbeit mit älteren Kindern. Es gibt keinen Grund, der einen Gehaltsunterschied von 40 Prozent zwischen Volksschul- und HTL-LehrerInnen rechtfertigt."

Die SPÖ sei lange Zeit die einzige Partei gewesen, der geschlechtersensible Pädagogik ein wichtiges Anliegen ist, das auch im SPÖ-Bildungsprogramm festgeschrieben sei. "Die Regierung hat zwar eine lange Leitung, aber immerhin hat sie jetzt die Wichtigkeit dieses Themas erkannt", so Niederwieser. Es sei erfreulich, dass das Sozialministerium eine Buben-Studie angefertigt habe. Eine weitere Buben-Studie sei vom Bildungsministerium als Reaktion auf PISA angekündigt worden. "Die Studie ist fertig, ruht aber schon seit Monaten im Gehrer-Büro. Die Ergebnisse werden der Ministerin politisch nicht genehm sein", vermutet Niederwieser.

Niederwieser wies abschließend darauf hin, dass die Studie nicht zum Anlass genommen werden dürfe, die Form des Projektunterrichts grundsätzlich in Frage zu stellen. Dieser sei erwiesenermaßen die bessere und modernere Form des Unterrichts, denn er aktiviere die Kinder und wirke der Passivität entgegen. Schließlich sei es auch wichtig, mit einem modernen Unterricht die Kinder zu mündigen und freien Menschen heranwachsen zu lassen. (Schluss) cs

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0010