ÖAMTC: Mehr in sichere Straßen investieren - Bewusstsein ist noch immer zu gering

Sichere Straßen schützen Leben

Wien (OTS) - "Worin sollte man investieren, um in den nächsten
zehn Jahren im Straßenverkehr Leben zu retten. In sichere Fahrer, sichere Autos oder sichere Straßen?" So die Fragestellung einer internationalen Erhebung in neun Ländern, die vom ÖAMTC und seinen Schwesterclubs im Rahmen des Straßensicherheitsprogramms EuroRAP durchgeführt wurde. 64 Prozent der österreichischen Lenker setzen auf die Fahreraus- und weiterbildung, für 20 Prozent ist die verbesserte Straßensicherheit von größter Bedeutung, für 17 Prozent sind es sichere Autos. In Holland und Schweden sehen immerhin 37 Prozent der Lenker Handlungsbedarf bei der Straßensicherheit. Heute, Dienstag, werden die Ergebnisse anlässlich einer Expertentagung in der Wiener Hofburg präsentiert. Dabei geht es um den künftigen Fahrplan zum Thema Straßensicherheit in Europa und um das Zustandekommen einer einheitlichen EU-Infrastrukturrichtlinie.

Die Straßenerhalter (Asfinag und Ministerium für das Autobahnnetz, Landesverwaltungen für das untergeordnete Netz) müssen auf die systematische Bewertung und Verbesserung ihrer Infrastruktur setzen. "Dazu braucht es einheitliche Standards europaweit. Es kann nicht sein, dass durch zunehmende Regionalisierung ein europaweiter Fleckerlteppich in der Verkehrssicherheitsarbeit entsteht. Eine Bündelung der Kräfte ist unbedingt notwendig", fordert Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Der ÖAMTC hat die Bedeutung dieses Bereichs in der Verkehrssicherheitsarbeit frühzeitig erkannt und mit EuroRAP erste Maßnahmen gesetzt. EuroRAP wurde von europäischen Automobilclubs und Straßenverwaltungen gegründet und ist ein wichtiges Instrument in der Verkehrssicherheitsarbeit. "Wir erwarten, dass die Sicherheitsinspektionen und Risikobewertungen rasch in Sanierungen und Ausbaumaßnahmen auf Österreichs Straßen umgesetzt werden", sagt Rohracher. So gibt es etwa bei der Gestaltung von Sturzräumen enormes Verbesserungspotenzial. "Überall dort, wo die Gefahr besteht, gegen Steher, Masten oder Bäume zu prallen, ist eine zusätzliche seitliche Absicherung erforderlich", so der ÖAMTC-Experte. Der Fokus liegt vor allem auf der Verringerung der Unfallschwere.

"Nur wenn man die Schwächen einzelner Straßenabschnitte kennt und aufzeigt, kann die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten weiter gesenkt werden. Es geht schließlich darum, das gemeinsame Ziel zu erreichen, nämlich die Halbierung der Zahl der Verkehrstoten EU-weit bis 2010", sagt Rohracher weiter. Die Verbesserung der Straßeninfrastruktur in Europa ist im Rahmen des österreichischen Vorsitzes der EU-Präsidentschaft ein Schwerpunktthema.

Erhebung zeigt: Bedeutung von Infrastruktursicherheit wird unterschätzt

Die internationale Befragung unter 2.267 Personen macht Defizite im Problembewusstsein deutlich. Wenn man die Ergebnisse aus allen neun Ländern betrachtet, sprechen sich 60 Prozent der Befragten für Investitionen in sichere Fahrer aus, 27 Prozent in sichere Straßen. "Die Fahrer sind sich generell über ihre Eigenverantwortung im Klaren", zieht der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung Bilanz. "Wenn es um die Infrastruktursicherheit geht, ist hingegen noch Aufklärungsarbeit notwendig."

Interessantes Detail am Rande: Die Erhebung zeigt, dass nur sechs Prozent der Österreicher annähernd genau wissen, wie viele Menschen jährlich bei Verkehrsunfällen getötet werden. Ganz anders in Irland, wo etwa 43 Prozent der Fahrer die Zahl der Verkehrstoten richtig einschätzen.

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Eine Grafik zur Erhebung gibt es im ÖAMTC-Foto-Service unter www.oeamtc.at/presse.

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