Thumpser: Massive Strafen für ÖBB-Kunden auf Selbstbedienungsstrecken

Von 16 neuen ÖBB-Selbstbedienungsstrecken liegen 7 in Niederösterreich; erneuter Rückschlag für die öffentliche Infrastruktur im Flächenland NÖ

St. Pölten, (SPI) - =

"Service und Kundenfreundlichkeit sollten für
ein modernes Unternehmen eine Selbstverständlichkeit sein. Für die Österreichischen Bundesbahnen gilt das offenbar nicht im erforderlichen Umfang. Nur noch wenige Tage und die ÖBB-Kunden werden auf neuen ÖBB-Selbstbedienungsstrecken, das sind jene, wo hinkünftig der Schaffner keine Fahrkarten mehr verkaufen wird, im Falle des Antreffens ohne Fahrkarte eine ‚Kontroll-Strafgebühr’ von 60 Euro zahlen müssen. Selbst wenn es den Kunden aufgrund technischer Mängel bei eventuell vorhandenen Fahrkartenautomaten oder aus anderen Gründen nicht möglich ist, einen Fahrschein zu lösen, droht diese Strafe. Diese Vorgehensweise und auch die Strafhöhe sind jenseits jeder Verhältnismäßigkeit", kritisiert der Verkehrssprecher der SPNÖ, LAbg. Herbert Thumpser.****

Am ersten Februar endet nun die "Schonfrist" für die Fahrgäste der ÖBB. Kunden werden genötigt, hinkünftig Fahrscheine nur mehr am Automaten - wenn vorhanden - oder via Online- oder Handy-Ticket zu kaufen. Von den 16 Selbstbedienungsstrecken in Österreich führen 7 zumindest teilweise über niederösterreichisches Gebiet. Betroffen sind die Strecken Wien Westbahnhof - Neulengbach, Wien Franz-Josefs-Bahnhof - Tulln Stadt, Wien Südbahnhof - Wolfsthal, Wiener Neustadt Hauptbahnhof - Gänserndorf, Wien Meidling -Mistelbach, Wien Hütteldorf - Hollabrunn und Wien Südbahnhof -Neusiedl am See.

Von den ÖBB wird sogar in Aussicht gestellt, dass im Falle von Schwierigkeiten kostenlose Kurse für die Fahrgäste angeboten werden. "Man kann doch nicht im Ernst von einem zahlenden Kunden (!) erwarten, dass er Zeit investiert und einen Kurs macht, um eine Dienstleistung überhaupt in Anspruch nehmen zu können! Nachdem mit 2006 schon die Pendler durch die erneute Verteuerung vor den Kopf gestoßen wurden, vertreibt man nun auch noch jene, die nur gelegentlich mit dem Zug fahren. Besonders auf ältere Menschen wird hier überhaupt keine Rücksicht genommen! Das Flächenland Niederösterreich muss einen erneuten Rückschritt in der Qualität der öffentlichen Infrastruktur in Kauf nehmen", so Thumpser abschließend. (Schluss) kr

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