ÖAMTC: Alleine in Ostösterreich über 140 Gelbe Engel im fliegenden Einsatz

Die arktischen Temperaturen lähmen Batterien und Kraftstoffzufuhr

Wien (OTS) - Rund 3.300 Einsätze am gestrigen Tag und kein Ende in Sicht. "Wir haben alle verfügbaren Mitarbeiter im Dienst. Derzeit sind alleine in Ostösterreich über 140 gelbe Engel im Dauereinsatz", schildert Gerhard Samek von der ÖAMTC-Pannenhilfe den Ausnahmezustand. In den ÖAMTC-Notrufzentralen werden ebenfalls Sonderschichten eingelegt. Seit gestern sitzen alleine in Wien knapp 70 Mitarbeiter an den Telefonen. Das sind doppelt soviel als an normalen Tagen. Im besonders betroffenen Großraum Wien muss man sich allerdings in Geduld üben, weil es immer wieder zu Leitungsüberlastungen kommt. Die Situation in den Bundesländern ist etwas entspannter.

Der Süden ist bisher von der arktischen Kälte verschont geblieben. Deshalb werden viele ÖAMTC-Pannenfahrer aus dem Süden nun verstärkt in der Obersteiermark eingesetzt. Vor allem im Raum Zeltweg, Bruck an der Mur und im Mur- und Mürztal, wo die Temperaturen jenseits der minus 20 Grad gesunken sind, steigen die Einsätze.

In Oberösterreich und Salzburg gab es gestern rund 1.000 Einsätze zu bewältigen. Am heutigen Dienstag rechnen die ÖAMTC-Pannenfahrer aber mit den fünf- bis siebenfachen Einsatzzahlen als an vergleichsweise normalen Tagen. Kältepole sind mit minus 15 Grad das Salzkammergut, das Mühlviertel, Linz und Steyr.

"Gefrierender Diesel" - warum plötzlich nichts mehr geht

Dieselfahrzeuge sind im Winter problematischer als Benziner. Immer wieder kommt es bei den derzeit frostigen Temperaturen vor, dass der Kraftstoff während der Fahrt Probleme macht und "einfriert". Die Ursache dafür liegt nicht im Kraftstoff, sondern in den Wasserrückständen, die sich im Dieselfilter ansammeln. "Diesel kann bis zu acht Prozent Wasser aufnehmen. Das kann im Winter einfrieren und den Kraftstofffluss unterbinden", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Neben den Wasserrückständen kann auch das im Diesel enthaltene Paraffin Probleme verursachen. "Paraffinflocken bilden sich bei ungefähr minus 20 Grad. Also je niedriger die Temperatur, umso größer die Gefahr. Das Ergebnis ist dasselbe wie bei den Wasserrückständen -verstopfte Leitungen und Filter", sagt der ÖAMTC-Experte.

Das Tückische daran ist, dass der Motor zunächst zwar anspringt und das Fahrzeug auch solange läuft, bis der Filter leer gesaugt ist. Wenn die Leitungen oder der Filter schließlich aber verstopft sind, bleibt das Auto während der Fahrt plötzlich stehen. Starthilfe ist in diesem Fall eine schlechte Idee. Die Batterie wird nur sinnlos gequält. "Für den Laien ist es natürlich schwer zu erkennen, warum das Fahrzeug plötzlich steht oder nicht anspringt", so der Club-Techniker. "Deshalb im Zweifelsfall besser stehen lassen und Experten zu Hilfe holen."

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